EU-Hilfe bei Düngerkosten?
Die europäische Landwirtschaft steht durch die hohen Düngemittelpreise unter zusätzlichem Druck. Besonders der Preis für Stickstoffdünger, der eng an die Energiepreise gekoppelt ist, ist in den vergangenen Monaten um bis zu 70 Prozent gestiegen.
Bislang konnten vorhandene Lagerbestände die Auswirkungen des Preisanstiegs teilweise abfedern. Mit Blick auf die bevorstehende Winteraussaat wächst jedoch die Sorge vor steigenden Kosten und Versorgungsengpässen. Nach dem im Mai präsentierten Düngemittelaktionsplan hat die EU-Kommission nun zusätzliche Entlastungsmaßnahmen angekündigt. Demnach soll die europäische Landwirtschaft mit insgesamt 500 Mio. Euro unterstützt werden.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Ich begrüße, dass die Kommission nun einen weiteren Entlastungsschritt für eine sofortige Unterstützung der Landwirtschaft setzt. Gerade mit Blick auf die anstehende Aussaat im Herbst ist es unerlässlich, dass unsere Bäuerinnen und Bauern rasch Zugang zu leistbaren Düngemitteln in ausreichender Menge erhalten.“
Von den angekündigten 500 Mio. Euro sollen 200 Mio. Euro aus dem bestehenden Agrarkrisenfonds bereitgestellt werden. Darüber hinaus hat Kommissar Hansen angekündigt, den Fonds um weitere 300 Mio. Euro aufzustocken. Dabei handelt es sich nicht um neue EU-Mittel. Die Gelder stammen aus dem bestehenden EU-Agrarbudget und werden aus bisher nicht gebundenen Budgetmitteln finanziert.
Totschnig: „Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben. Die Ankündigung ist grundsätzlich positiv zu bewerten, die konkreten Auswirkungen und budgetären Details müssen nun aber sorgfältig geprüft werden. Anschließend ist es wichtig, dass die Maßnahmen rasch umgesetzt werden, um die Herbstaussaat nicht zu gefährden und die Versorgungssicherheit in der Europäischen Union zu sichern.“
Der Vorschlag muss noch vom Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten gebilligt werden.


