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Jungföhren bilden bei Dürre kürzere Nadeln

Junge Föhrenbäume schützen sich vor dem Klimawandel mit längeren Trockenperioden durch die Ausbildung von kürzeren Nadeln. Ein Forscherteam der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf in der Schweiz testete, wie zweijährige Wald- und Schwarzföhren verschiedener Herkünfte von den Alpen bis zum Mittelmeer mit langen Trockenperioden umgehen können. Die Bäume bekamen zwei Sommer lang von Juni bis September kein Wasser – ein laut Klimamodellen in Zukunft häufiger auftretendes Szenario.

Sowohl die Föhren aus dem Süden wie aus dem Norden bildeten nach dem ersten Trockenjahr kürzere Nadeln. So reduzierten sie die Verdunstung und alle Bäume überlebten das zweite trockene Jahr. „Daraus lässt sich folgern, dass junge Föhren dank Akklimatisierung bis zu einem gewissen Grad resistent sind gegenüber einem mäßigen Anstieg der Sommertrockenheit“, erläuterte das WSL-Forscherteam um Christoph Bachofen zusammen mit Kollegen der ETH Zürich und der Universität Basel.

Gleichzeitig widerlegten die Wissenschafter die umstrittene Hypothese, dass junge Föhren aktiv Kohlenhydratvorräte auf Kosten des Wachstums anlegen, um bei Trockenheit länger überleben zu können. Auf Wachstum zu verzichten, um gegen Trockenheit gewappnet zu sein, macht aber laut den WSL-Forschenden nur in Regionen Sinn, wo lange Trockenperioden praktisch jeden Sommer zu erwarten sind, wie im Mittelmeerraum. In gemäßigten Zonen würden die jungen Pflanzen bei reduziertem Wachstum von Konkurrenten, die ihr Wachstum nicht einschränken, überwachsen.

Für die Untersuchungen stellten die Forschenden den trockengestressten Föhren zusätzlichen Kohlenstoff in der Luft in Form von CO2 zur Verfügung. Falls die Bäume aktiv Stärkevorräte auf Kosten des Wachstums anlegen, müssten sie diese nun deutlich vergrößern und damit ihre Überlebenschancen während der Trockenheit erhöhen.

Doch die Föhren stockten mit dem zusätzlichen CO2 weder ihre Stärkespeicher auf, noch hingen ihre Überlebenschancen von der Größe des Speichers ab, berichtete das Forscherteam nun im Fachjournal „Journal of Ecology“. Auch die Föhren südlicher Herkünfte zeigten keine Vorratshaltung auf Kosten des Wachstums (trade-off) – sie schnitten sowohl bei der Speicherung als auch beim Wachstum besser ab als Föhren feuchter Regionen. „Die Schwarzföhren aus trockenen Regionen sind generell besser mit der Trockenheit umgegangen“, erklärte der Leiter der Forschungsgruppe Störungsökologie an der WSL, Thomas Wohlgemuth.


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