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Gutsbetriebe bedingt zufrieden mit GAP-Ergebnis

 

 Mit der nach langem und zähem Ringen Ende letzter Woche erzielten Einigung zur gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) sowie dem gestern dazu gefassten Beschluss auf Agrarministerebene herrscht nun Erleichterung, dass endlich klare Fakten und somit Planungssicherheit für die landwirtschaftlichen Betriebe geschaffen wurden. Andererseits steht jedoch die Sorge im Raum, dass mit der ebenfalls vorgesehenen Umverteilung bzw. Deckelung Zahlungen einseitig beschränkt werden. Denn genau mit solchen Instrumenten werden jene Ackerbaubetriebe geschwächt, die der zentrale Baustein für unsere Umwelt-, Natur- und Klimaleistungen sind.

Mit Unverständnis sehen die Land&Forst Betriebe Österreich die in der Einigung angeführte Umverteilung und die Empfehlung an die Mitgliedstaaten, mit Mechanismen wie Deckelung oder Capping die Zahlungen zu beschränken. Mit solchen Instrumenten würden in Österreich jene Ackerbaubetriebe geschwächt werden, von denen mehr Umweltleistungen erwartet wird und die gleichzeitig die letzten Vollerwerbsbetriebe im Trockengebiet darstellen. 

Vor negativen Konsequenzen aus drastischen Zahlungskürzungen durch Obergrenzen, Umverteilungen oder Degression für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe hat Präsident Montecuccoli bereits mehrfach gewarnt: „Direktzahlungen sind ein notwendiger betrieblicher Ertrag, der aus vielerlei Gründen unerlässlich geworden ist und ohne den eine langfristige Planungssicherheit heute nicht mehr möglich ist. Denn langjährige Gesetzmäßigkeiten geraten durch einen zunehmend spürbaren Klimawandel durcheinander.“ 

Präsident Montecuccoli spricht sich auch klar für eine gezielte Unterstützung von Kleinbetrieben durch folgende Maßnahmen aus: Ausnahmen von Mindestanforderungen (z.B. bei Fruchtfolge), Investitionen in Kooperationen zur Kostenreduktion, Schaffen von Erzeugergemeinschaften zur Stärkung der eigenen Verhandlungsposition und Aus- und Fortbildung im Bereich Betriebsführung und Management. Er betont aber auch gleichzeitig, dass Benachteiligungen aufgrund von Betriebsstrukturen die Vollerwerbsbetriebe schwächen und damit die Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln in ausreichender Menge und ausgezeichneter Qualität gefährden. „Die Leistungen der landwirtschaftlichen Betriebe müssen ausreichend honoriert werden, damit jene Menschen, die den ländlichen Raum am Leben halten und sich gleichzeitig um die Natur kümmern, ein angemessenes Leben führen können,“ fasst Montecuccoli die Situation abschließend zusammen.