Genau betrachetet
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… genau betrachtet

Erdnüsse für klimafittes Getreide

Die Warnung des UN-Generalsekretärs war deutlich: „Der Klimawandel bringt die Welt an den Abgrund, er ist für Millionen Menschen eine existenzielle Bedrohung.“ Der heiße Sommer 2018 sei ein weiterer Vorbote einer gefährlichen Zukunft. Die Klimakrise sei längst auf der ganzen Welt spürbar, betonte António Guterres. Besonders dramatisch sei aber der Umstand, „dass wir Bescheid wissen. Die klimaschädliche CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist so hoch wie noch nie. Wissenschaftler haben uns gewarnt.“ Also weg vom Verbrauch fossiler Brennstoffe, sonst sei der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten, appellierte Guterres an die jüngst in New York versammelten Staatenlenker. Noch fehle aber „ein Gefühl für die Dringlichkeit des Problems“.
Österreichs Politik mangelt es auf vielen Ebenen an diesem Gefühl. Stichwort Tempo 140 km/h auf der Autobahn. Oder die dritte Flug­hafenpiste auf Biegen und Brechen. Keine strikte Raumordnung, fehlende Infrastruktur für alternative Antriebstechniken …
Kein radikales Umdenken auch im Agrarbereich. Zur Erforschung „klimafitter“ Sorten gibt es zwar künftig eine Million Euro jährlich von Bund und Ländern. Aber das sind „Peanuts“ (Erdnüsse). Also eine unbedeutende Summe.
Lizenzen auf Weizen oder Mais im Nachbau brächten der Saatzucht mehr Forschungsgeld. Und schnellere Ergebnisse. Aber solche Nachbau-Lizenzen sind bei Landwirten unpopulär, und damit politisch nicht opportun. Ein Beispiel für das fehlende Gespür betreffend landwirtschaftliche Kreisläufe. Und Dringlichkeiten.