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ANGEMERKT

Alle wollen jetzt irgendwie grün sein

Die Parteien haben spätestens mit den Ergebnissen der EU-Wahlen erkannt, dass Klimawandel und Umweltschutz die Menschen bewegt.
Initiativen und Appelle von Institutionen und Bürgerbewegungen zu diesem Thema waren bis dahin für die politischen Entscheidungsträger nicht wirklich wichtig, Nachhaltigkeit blieb ein Schlagwort.
Doch was ist geschehen? Wissenschafter der Universität Hamburg meinen, dass die Bevölkerung im Dürresommer 2018 erstmals vor der Haustür sah oder am eigenen Leib verspürte, was uns in Zukunft erwarten kann. Das hat das Denken stark beeinflusst – frei nach dem Motto: Es muss erst weh tun, damit man etwas ändern will …
Die deutschen Großparteien wurden vom Wähler dafür abgestraft, weil sich in Sachen Klimaschutz nichts bewegte und so jede Glaubwürdigkeit verspielt war. Die Grünen, die sehr geschickt im Wahlkampf agierten, holten sich die Stimmen.
Darum wollen alle Parteien auch bei uns plötzlich grün sein, und nur darum – weil es ein Wählertrend zu sein scheint. Bis vor kurzem wurde ja von Teilen der Spitzenpolitik überhaupt in Frage gestellt, ob der Klimawandel von Menschen verursacht werde, und Tempo 140 auf Autobahnen als Fortschritt angesehen …
Dabei ist in dieser Frage billige Parteitaktik völlig fehl am Platz: Denn das Klimaproblem kann nicht von der Bevölkerung gelöst werden. Nur eine verantwortungsvolle, vorausschauende Politik kann durch klare Strategien und Zielpläne, unterstützt durch Gesetze und Lenkungsmaßnahmen (auch Steuern) wirklich etwas bewirken. Ob die Staatslenker nach den Wahlen sich da drübertrauen?

Klaus Orthaber


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