Foto: BMLRT Paul Gruber

Wintertagung im Spannungsfeld von Global und Regional

 

Vor dem Hintergrund von GAP, Green Deal sowie internationalen Handelsabkommen und Konflikten steigen die Rohstoff- und Energiepreise, werden Lieferketten fragiler und der Weltmarkt volatiler. Zudem hat die COVID-Pandemie Schwachpunkte offengelegt, betont der Präsident des Ökosozialen Forums Österreich & Europa, Stephan Pernkopf, am heutigen Eröffnungstag zur Wintertagung 2022 des Ökosozialen Forums.

Er hebt aber auch positive Entwicklungen hervor. So ist der ländliche Raum ein Gewinner der Pandemie, denn die Nachfrage nach regionalen Produkten ist enorm gestiegen. Zum Motto der heurigen Wintertagung „Zukunft dank Herkunft?“ antwortet Präsident Stephan Pernkopf: „Für mich ist klar: Ohne Herkunft keine Zukunft! Herkunft gibt Sicherheit. Denn nur dann weiß man, wie etwas produziert wird.“ Für Lebensmittel fordert Stephan Pernkopf daher eine verpflichtende Kennzeichnung, die „ein Bürgerrecht ist“.

Die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, Elisabeth Köstinger, verweist dazu auf das bereits fertige Gesetz zur Herkunftskennzeichnung, das demnächst in Begutachtung gehen wird: „Die Konsumentinnen und Konsumenten wollen bei verarbeiteten Produkten sehen, woher die wertvollen Rohstoffe wie Fleisch, Eier und Milch stammen. Es wird künftig nicht mehr möglich sein, Inhaltsstoffe aus anderen Ländern zu verwenden und mit Österreich zu werben. Das muss auch auf EU-Ebene lückenlos umgesetzt werden, denn wenn man eine Strategie vom Acker bis zum Teller umsetzt und dann die Produkte nicht entsprechend kennzeichnet, führt sich das System ad absurdum.“

Um künftig unfaire Handelspraktiken zu verhindern, gilt seit 1. Jänner 2022 ein neues Gesetz, zudem wird ab 1. März eine Ombudsstelle für Betroffene eingerichtet. Ziel ist es, dass Handels- und Verarbeitungsbetriebe die Bäuerinnen und Bauern nicht mehr unter Druck bringen können. „Es geht darum, dass endlich das in der Werbung vermittelte Bild der Landwirtschaft am Verhandlungstisch gelebt wird“, so Elisabeth Köstinger. Der Bund gehe jedenfalls als Vorreiter voran und habe die öffentliche Beschaffung auf regionale und saisonale Produkte umgestellt. „Damit leisten wir einen Beitrag dazu, dass heimische Produkte stärker wertgeschätzt werden und ein fairer Preis bezahlt wird.“