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Ohne Gärtner keine Zukunft

 

Das zweite Netzwerktreffen der Österreichischen Hagelversicherung stand im Zeichen des Gartenbaus. Eine Frage war dabei im Zentrum: wenn es zukünftig um die Ernährung der wachsenden Bevölkerung geht, welche Rolle wird der heimische Gartenbau spielen? Ulrike Jezik-Osterbauer, Präsidentin der österreichischen Gärtner, sieht in eine positive Zukunft: „Unsere Vorteile sind die Frische der Ware, die direkt vom Feld zum Kunden kommt, die Regionalität und eine unvergleichliche Qualität.“

„Kooperationen mit Leitunternehmen sind für die Forschung unerlässlich. Ein gezielter Austausch mit der Wirtschaft, wie er mit diesem Netzwerktreffen von der Hagelversicherung ins Leben gerufen wurde, ist für unsere Universität und für die Praxis enorm wichtig“, so Dipl.-Ing. Bernhard Koch, Leiter Technologietransfer an der BOKU. Prof. Anna Keutgen, Leiterin des BOKU-Instituts für Gartenbau, sieht noch viel Potential: „Im Garten ist die Vielfalt an Gewächsen groß und das Verhältnis Pflanze, Mensch und Umwelt vielschichtig. Der Fokus gartenbaulichen Forschens und Lehrens richtet sich auf die Pflanzenvitalität sowie auf die Pflanze als Nahrungs- und Heilmittel. “

Der Klimawandel wird die Verbreitung von Schaderregern verändern. Nicht nur durch die Verbreitung einheimischer Arten, sondern gerade auch durch ein erhöhtes Risiko der Einwanderung und Ausbreitung invasiver Arten. „Die AGES ist per Gesetz aufgefordert, die erforderliche Forschung zu betreiben und Erkenntnisse zu vermitteln. Die AGES aber keine typische Forschungseinrichtung“, so Dr. Alois Leidwein, Leiter AGES-Fachbereich Wissenstransfer. Gerade das Internationale Jahr der Pflanzengesundheit sollte dazu genutzt werden, die Leistungen der Pflanzenschutzdienste und des Integrierten Pflanzenschutzes darzustellen. Ein Schwerpunkt sind dabei die Schaderreger im Gartenbau. „Es gibt Klimagewinner und -verlierer bei den tierischen Schädlingen. Wärmeliebende Schaderreger werden profitieren“, nimmt Dipl.-Ing. Anna Moyses von der Abteilung Pflanzengesundheit im Feld- und Gartenbau der AGES Bezug auf die Erderwärmung und dem damit einhergehenden Vormarsch von Xylella fastidiosa, Japankäfer, Citrusbockkäfer. Die gute Nachricht: Bestimmte Quarantäneschädlinge und -schaderreger sind im Fall von behördlich angeordneten Betriebssperren versicherbar. 

Eines ist jedenfalls klar: „Wir werden in Zukunft mehr Nahrungsmittel mit weniger Ressourceneinsatz erzeugen müssen. So führte auch die Coronavirus-Krise bereits vielerorts zu leeren Regalen in den Supermärkten. Das zeigt einerseits, dass es nicht selbstverständlich ist, Lebensmittel überall und sofort zu bekommen und andererseits, wie verletzbar man als Nationalstaat ist. Ernährungssicherheit kann man nicht importieren! Wir müssen selbst die Voraussetzungen dafür schaffen, um die Bevölkerung im Krisenfall ernähren zu können. Daher gilt es die Ressourcen zu schützen. Auch dem heimischen Gartenbau wird aufgrund seiner enormen Produktivität auf vergleichsweise kleinen Flächen und der saisonalen sowie regionalen Produktion eine zentrale Bedeutung zukommen“, so Weinberger abschließend.


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