Foto: BMLRT- Paul Gruber

Erster Partners Day von Innovation Farm

 

Die Digitalisierung der Landwirtschaft stark zu verbreiten, das ist der Auftrag des Projektes Innovation Farm. Coronabedingt musste die Vorstellung der Aktivitäten eigentlich ganz passend digital über die Bühne gehen.

Die mit knapp 2 Millionen Euro geförderte Plattform wird Digitalisierung für die Landwirte greifbar und erlebbar machen. Die Digitalisierung beeinflusst unser tägliches Leben und verändert unser Arbeitsabläufe in sämtlichen Lebensbereichen. Besonders in der Landwirtschaft sind neue Technologien kaum noch aus dem Alltag wegzudenken. Die Landwirte gehören zu jener Bevölkerungsgruppe, die Internet als Selbstverständlichkeit nutzen. Die Weiterentwicklung in diesem Bereich schreitet rasant voran (z.B.: Robotik, Künstliche Intelligenz, Drohneneinsatz, Internet-of-things).

Neue Technologien und Anwendungen werden die bäuerlichen Familienbetriebe unterstützen, wirtschaftlicher und nachhaltiger zu produzieren. Sie werden die ländlichen Räume attraktiv erhalten. Sie können die Tiergesundheit und das Tierwohl zu verbessern. Sie werden Arbeitserleichterungen und Arbeitszeiteinsparungen mit sich bringen.

Im Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus hat sich mit der Plattform Digitalisierung bereits frühzeitig den Thema verschrieben. Schon 2018 wurden im Bericht „Digitalisierung in der Landwirtschaft“  konkrete Handlungenempfehlung formuliert. Die Umsetzung erfolgt durch den Digitalisierungscluster, in dem das Wissen der wichtigsten Akteure im Bereich Digitalisierung in der Landwirtschaft (u.a. Forschungseinrichtungen, Interessenvertretung, Bildungseinrichtungen, Landtechnik- und Stallbaufirmen, etc.) gebündelt ist. Mit insgesamt 1,9 Mio. EUR an EU-, Bundes- und Ländermitteln werden seit Jänner 2020 in den nächsten 3 Jahren verschiedene Projekte unterstützt. Das Projekt Innovation Farm mit seiner Website www.innovationfarm.at ist das Vorzeige-Projekt.

An 3 Standorten (Wieselburg, Raumberg-Gumpenstein, Mold) und auf etwa 20 Pilot- und Demonstrationsbetrieben werden ausgewählte neue digitale Technologien, Trends und Entwicklungen im Ackerbau, Grünland und in der Innenwirtschaft erprobt und gezeigt.

Durch Einbindung der Aus- und Weiterbildung sowie der Beratungsarbeit wird das generierte Wissen schnell in die Praxis gebracht und damit umgehend Kompetenzen für den Einsatz verschiedener Technologien für alle Altersgruppen aufgebaut.

An geplanten Innovation Days und bei Besuchen vor Ort können sich die Bäuerinnen, Bauern, Berater, Lehrer oder auch Schülerinnen und Schüler direkt ein Bild vom Einsatz der neuen Technologien machen.

Beispielhafte Projekte: Maisaussaat mit satellitengestützten Applikationskarten, Drillmaschinen-Abdrehprozess via Smartphone, kameragestützte Saatbettbereitung, teilflächenspezifische Düngung, Anwendung von optischen Stickstoff-Sensoren während der Überfahrt, bedarfsgerechte Pflanzenernährung anhand der Sensordaten, Detektion von Rehkitzen mittels neuem Kamerasystem, Steuerung von Traktorfunktionen durch die angehängte Rundballenpresse, automatisierter Futternachschub in Hinblick auf Futteraufnahme und Arbeitszeiteinsparung, Erkennung und Meldung von Abkalbungen mittels moderner Sensortechnik.

Anschließend an die Projektpräsentation stelten sich Ministerin Elisabeth Köstinger, Landesrat Stephan Pernkopf, Markus Baldinger von Pöttinger und Peter Haring als Pilotbetrieb Stellung.

Köstinger: „Die Digitalisierung ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Auch in der Landwirtschaft ist das Arbeiten ohne elektronische Steuerungen und dem Internet kaum vorstellbar. Die Innovation Farm hilft dabei, Technologien und Trends zu veranschaulichen. Damit schaffen wir es auch, dass die neuen Technologien schneller akzeptiert und in der Praxis eingesetzt werden. Aus unserer Sicht soll die Digitalisierung der Landwirtschaft vor allem ein wesentliches Ziel haben: den Bäuerinnen und Bauern mehr Arbeitskomfort zu bringen.“

Pernkopf: „Das Know-how und damit die Ausbildung der Betriebsführer wird in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Dabei können wir optimistisch sein: unsere jungen Bäuerinnen und Bauern sind topmotiviert, bestens ausgebildet und äußerst innovativ.“