Foto: ARGE Rind

Besorgnis erregender Druck auf Rindfleischpreis

 

Vor der Krise wurden 50 % des Rindfleisches im Außer-Haus-Verzehr vermarktet. Erschwerend kommt hinzu, dass die Exporte für Kalbinnen und Kühe nach Frankreich, Spanien, Deutschland und Italien zum Erliegen gekommen sind. Auch Jungstierfleischexporte nach Deutschland und Italien sind davon betroffen.

Der Ausfall der Systemgastronomie führt zu großen Mengeneinbußen, da allein McDonald‘s Österreich ca. 45 % der Vordervierteln der heimischen Kuhschlachtungen abnahm. Bei Jungstieren ist durch die derzeitige Sättigung damit zu rechnen, dass nur ca. 60 % Absatz finden. Bei Bio-Rindern laufen leicht erhöhte Mengen.

Die Schlachthöfe müssen ausländische Arbeitskräfte für Wochenendschichten gesondert bezahlen. Wegen der stillstehenden Autoindustrie fallen die Erlöse für Rinderhäute weg.

Im Sinne der Fairness wäre es angebracht, alle ausländischen Importe von Schlachtrindern und Rindfleisch einzustellen. Wie gut in Krisenzeiten diese Partnerschaft funktioniert, zeigt sich in einer Vereinbarung der ARGE Rind mit dem Lebensmittelhandel den Rindfleischpreis für die nächsten 4 Wochen auf heutigem Stand einzufrieren.

ARGE Rind Chef Werner Habermann sieht eine Bedrohung für die Rinderbauern. „Die Branche ist derartig unter Druck, dass wir derzeit mit Preisforderungen von bis zu 60 Cent pro kg konfrontiert sind, das entspricht einer Preisreduktion von bis zu 30 % . Je mehr der Markt sich in diese Richtung bewegt, desto mehr führt dies zu einem stärkeren Exportbedarf bei den Lebendrindern – der auch im Sinne des Tierschutzes nicht sinnvoll wäre.“

Die ARGE Rind tut ihr Möglichstes, um die absehbaren Marktverwerfungen einzudämmen. ÖR Josef Fradler meint dazu: „Aus meiner Sicht wären folgende Dinge dringend notwendig: Die Schlachthöfe dürfen die Preise nicht zu massiv drücken – es gibt auch ein Nachher. Die Bauern sollten so viele Tiere als möglich stehenlassen. Von der öffentlichen Hand benötigen wir eine Marktstützung, um extreme Härtefälle vermeiden zu können! Und die Konsumente müssen zu österreichischem Qualitätsfleisch greifen!“.


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