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WWF Waldbericht als Grundlage für Grüne Waldpolitik

Fast die halbe Fläche Österreichs ist mit Wald bedeckt. Der Wald stellt somit ein wichtiges Ökosystem dar, aber auch darüber hinaus stellen wir viele Ansprüche an die heimischen Wälder: Sie sind wichtige Rohstofflieferanten, Kohlenstoffspeicher und Erholungsgebiete für uns Menschen. Dennoch, oder gerade deswegen, stehen unsere Wälder unter Druck: Übernutzung, Kahlschläge und sich verschlechternde Klimaverhältnisse gefährden unserer Wälder. Zu dieser Einschätzung kommt auch der WWF, der nun den ersten unabhängigen Waldbericht für Österreich veröffentlicht hat. Der WWF warnt, dass nur etwa 11 Prozent der heimischen Wälder in sehr gutem Zustand seien, wovon wiederum nur etwa 0,8 Prozent effektiv geschützt werden. Es braucht daher Maßnahmen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und einen klimafitten Wald: spezielle Förderungen, die Wiederaufforstung von Schutzwäldern und den Ausbau des Netzes an Naturwaldreservaten, sowie an den Klimawandel angepasste Baumarten können nur erste Maßnahmen sein.

„Die Zahlen des WWF sind alarmierend“, urteilt Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen, in einer ersten Reaktion auf den Waldbericht 2020 und erklärt, „der Waldbericht zeigt uns deutlich die Fehler der Vergangenheit auf. Monokulturen, nicht angepasste Baumarten und die Klimakrise gefährden unsere Wälder“. Clemens Stammler, Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern, ergänzt: „Deutlich aufgezeigt werden jedoch nicht nur die Fehler der Vergangenheit, sondern auch Wege für die Zukunft. Wir brauchen vielfältigere Wälder, eine naturnähere und nachhaltigere Nutzung sowie ein echtes Wald-Wild Management um die heimischen Wälder effektiv zu schützen und klimafit zu machen“.

„Es ist unsere Pflicht, den Wald auch für zukünftige Generationen zu sichern, denn es sind die Wälder, die uns vor den Folgen der Klimakrise schützen. Die Zerstörung von Waldboden muss reduziert und effektivere Anreizsysteme für Arten- und Biodiversitätsschutz müssen geschaffen werden“, leitet Voglauer aus den Ergebnissen des Waldberichtes ab. „Naturschutz und Wirtschaftlichkeit sind dabei kein Widerspruch. Wir brauchen endlich Kostenwahrheit. Der gesellschaftliche Mehrwert intakter Wälder muss in die Gesamtrechnung miteinfließen. Unterm Strich ergibt das eine positive Bilanz“, sagt Stammler in Anlehnung an die Ergebnisse des Berichtes.

Voglauer und Stammler sehen in dem veröffentlichten Bericht einen wichtigen Anstoß für das kommende Hearing am 1. Dezember im Landwirtschaftsausschuss „Der Waldbericht ist der richtige Beitrag zur richtigen Zeit und liefert uns eine gute Diskussionsgrundlage für kommende Verhandlungen“.


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