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Moosbrugger: „Unsachliche Kritik an Kälbertransporten“

Groß ist die Aufregung in Vorarlberg, nachdem Landesveterinäre Kälbertransporte nach Bozen gestoppt haben, weil nicht klar sei, wohin die Tiere weiterverbracht werden. Die Fahrt nach Bozen sei als Kurzstreckentransport deklariert worden, obwohl klar gewesen sei, dass die Kälber dort nur gesammelt werden. Einige Bauern müssten nun Kälberiglos anschaffen, weil kein Platz für die Tiere, die eigentlich nach Südtirol gehen sollten, vorhanden ist. Aber auch politisch sorgt die Angelegenheit für Aufregung:  Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger weist die „unsachliche Kritik“ der Landes-FPÖ am zuständigen Landesrat Christian Gantner als „unberechtigt“ zurück und zeigt das Fehlen der seiner Meinung nach „wichtigsten“ Frage auf, nämlich, was die Konsumenten wünschen und die Landwirte brauchen. „70% des im Ländle verzehrten Rind- und Kalbfleisches stammen nicht aus der Region. Da sollte man meinen, dass die Kälber, die derzeit in den Export gehen, leicht absetzbar wären, zumal sie weniger als 1% des in unserem Bundesland benötigten Bedarfs ausmachen. Diese Kälber in Vorarlberg absetzen zu können, wäre im Sinne der Konsumenten, der Landwirte und auch der öffentlichen Meinung“, so Moosbrugger.

Zu klären sei daher, warum die Umsetzung trotzdem nicht funktioniere, so der Bauernvertreter. Gründe dafür könnten sein, dass Importe von billiger erzeugtem, holländischem Kalbfleisch das regionale Produkt aus der Theke drängen, die Kennzeichnung in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung fehlt, wodurch die Herkunft für den Konsumenten nicht klar ersichtlich ist, zusätzliche Verarbeiter im Bundesland fehlen, der Handel das Kalbfleisch aus der Region nicht als besonderes Produkt hervorheben will oder einfach der Erzeugerpreis es Mästern unmöglich macht, zu investieren und wirtschaftlich zu arbeiten.

„Faktum ist: Bestes Fleisch aus Vorarlberg ist verfügbar, wenn man es will.“ Es sei den heimischen Verarbeitern möglich, kontinuierlich und in der gewünschten Ausformung zu erzeugen. Der Absatz an der Ladentheke funktioniere aber nur, wenn das Angebot auch erwünscht und angenommen werde. „Verlangen wir heimisches Fleisch in den Geschäften und der Gastronomie. Stellen wir regionale Qualität vor Quantität. Weniger, dafür hochwertig und aus eigener Erzeugung. Fangen wir an kritisch nachzufragen, woher das Fleisch am Teller stammt, es ist unser gutes Recht zu wissen, wo’s herkommt“, meint Moosbrugger.


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