Genau betrachetet
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… genau betrachtet

Handlungsbedarf

Österreichs Agrarpolitik ist seit Monaten abgemeldet. Ein Vergleich, der sich im Hitzejahr 2018 geradezu aufdrängt: Verdorrt wie so manche Kultur auf den Feldern. Nach dem Politik-Wechsel rund um den Jahreswechsel, samt einiger Personalrochaden in Folge auch auf Kammerebene, sind die von vielen Bauern erwarteten große Ansagen, gar Würfe, bis dato ausgeblieben. Themen gebe es zwar zur Genüge: Klimawandel, Lehren aus der bisherigen Verteilung von (EU-)Agrargeldern bis hin zu den bürokratischen wie auch steuerlichen Belastungen der Landwirte. Für die neu im Agrarressort untergeschlüpften Hoteliers gab es gleich zu Beginn ein Steuerzuckerl. Den Agrariern blieben die zeitgleich verordneten sauren Drops …
Auf der Suche nach dem „Agrarpolitiker des Sommers“ sticht nur einer heraus, der keiner ist. Seit Jahren thematisiert der Generaldirektor der Hagelversicherung, Kurt Weinberger, geschickt und stets untermauert mit fundierten Zahlen und Daten, jene Probleme, die vor allem seinen Kunden das Leben schwer machen. Er wirbt für regionalen Einkauf („Halte unser Klima rein, kauf bei unseren Bauern ein“), tritt beherzt gegen Bodenverbrauch und -versiegelung ein.
Der Oberösterreicher wurde wiederholt auch als möglicher Politik-Quereinsteiger gehandelt. Bestens vernetzt vor allem in Wirtschaft und Kultur, nimmt er sich im Fall des Falles aber kein Blatt vor den Mund. Dass es der Querdenker fachlich draufhat, beweist sein sommerlicher Pressespiegel von Print bis TV. Die Themenführerschaft in Sachen agrarpolitischer Handlungsbedarf ist ihm vermutlich für heuer nicht mehr zu nehmen.