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Bodenverbrauch weiterhin hoch

  

Laut dem gestern vorgelegten Bodenreport des WWF wurden seit dem Jahr 2000 in Österreich 130.000 Hektar beste Agrarflächen durch Verbauung für immer zerstört. Dies entspricht der gesamten Ackerfläche des Bundeslandes Burgenlands. Der Boden erfüllt jedoch wichtige Funktionen, denn er ist die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Der Erhalt der Lebensgrundlage Boden ist daher die zentrale Basis zur Bewältigung einer Vielzahl von Herausforderungen: die Bewahrung der Schönheit des Landes für den Tourismus, der Erhalt der Biodiversität, der Schutz unseres Klimas als natürliche Klimaanlage und allen voran auch die Sicherstellung der Ernährungssouveränität. Doch die Entwicklung beim Bodenverbrauch geht in die verkehrte Richtung. „Es braucht daher dringend eine Trendumkehr beim Bodenverbrauch, wobei eine Maßnahme alleine nicht ausreichend ist. Vielmehr ist nach den Prinzipien Vermeiden, Wiederverwerten und Minimieren ein Maßnahmenbündel erforderlich, um die Schönheit Österreichs auch weiterhin zu bewahren, das Klima und die Umwelt zu schützen, die Biodiversität aufrechtzuerhalten, die Lebensmittelversorgung auch weiterhin sicherzustellen und um den Agrarstandort Österreich zu erhalten“, so der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger.

Konkret heißt das, es braucht einen Schutz besonders wertvoller Flächen (landwirtschaftliche Vorrangflächen), wie am Beispiel der Schweiz, wo die produktivsten Landwirtschaftsböden für die Ernährungssicherung der Bevölkerung gesetzlich vor Verbauung geschützt sind, sowie quantitative und messbare Zielwerte für die tägliche Flächeninanspruchnahme, die auf Landesebene in Novellierungen der Raumordnungsgesetze zu verankern sind. Nach dem Prinzip „Wiederverwerten“ bedarf es monetärer Anreizsysteme für eine Revitalisierungsoffensive leerstehender Immobilien. Um Baulücken und Leerstände in Ortskernen transparent zu erfassen und bestmöglich zu nutzen, ist eine österreichweite Leerstands-Datenbank und eine Flächenmanagement-Datenbank für Gemeinden einzurichten. Überdies ist nach dem Prinzip „Minimieren“ ein vermehrtes Bauen in die Höhe und in die Tiefe dringend erforderlich. Abgesehen von diesen Maßnahmen ist auch eine Stärkung der Raumordnungskompetenzen auf Länderebene notwendig. „Wir müssen jedenfalls eines bedenken: Der Boden ist unsere einzige Ressource, mit der Lebensmittel produziert werden können und deshalb ist sein Schutz schon alleine für die Ernährung der steigenden Bevölkerungsanzahl unverzichtbar. Von Beton können wir jedenfalls nicht abbeißen“, so Weinberger abschließend.