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Agrarausschuss für Weiterentwicklung des AMA-Gütesiegels

Der Landwirtschaftsausschuss des Nationalrats befasste sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Eiweißstrategie und der gentechnikfreien Fütterung. Dazu brachten die Abgeordneten Georg Strasser (ÖVP) und Olga Voglauer (Grüne) einen Entschließungsantrag ein. Der Antrag wurde angenommen auch mit Zustimmung der FPÖ angenommen. Die NEOS brachten einen eigenen Antrag ein, der in eine ähnliche Richtung geht.

„Die Bundesregierung wird ersucht, im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten auf die zuständigen Stellen und betroffenen Branchen einzuwirken, damit das AMA-Gütesiegel im Sinne einer Forcierung des Einsatzes von gentechnikfreiem Soja weiterentwickelt wird. Ziel ist der Ausstieg aus nicht GVO-freien Futtermitteln im Rahmen einer marktbasierten Entwicklung sowie die Stärkung der Eigenversorgung mit gentechnikfreiem europäischem Soja“, heißt es im Entschließungsantrag von ÖVP und Grünen.

Begleitend dazu sollen Maßnahmen in der nationalen Ausgestaltung der GAP genutzt werden, damit den bäuerlichen Betrieben gentechnikfreie regionale und europäische Eiweißquellen zur Verfügung stehen. Weiters sollen Maßnahmen gesetzt werden, um den Absatz von GVO-freien AMA-Gütesiegel-Produkten in allen Tierhaltungssparten zu stärken. Das Landwirtschaftsministerium wird ersucht, auf die zuständigen Stellen und betroffenen Branchen einzuwirken, damit das AMA-Gütesiegel auch die Weiterentwicklung der Tierwohlkriterien (auch in den Basisanforderungen, etwa bei Auslauf und Platzangebot) berücksichtigt.

Die Produktion von gentechnisch verändertem Soja in Südamerika sei ein Treiber für die Rodung von Regenwald. Würde regionaler EU-Soja eingesetzt werden, wäre eine Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu 50% pro kg Schweinefleisch möglich, begründen Strasser und Voglauer ihren Antrag.

„Die Landwirtschaft ist zu Weiterentwicklungen bereit, sofern die sich aus den höheren Produktionsstandards ergebenden Mehrkosten von den Marktteilnehmern getragen werden. Berechnungen zeigen, dass die Mehrkosten für EU-Soja bis zu 10 Euro pro Mastschwein betragen. Es braucht daher neue Ansätze im Bereich der Finanzierung der Mehrkosten für die betroffenen Betrieben, um die Umstellung auf europäisches GVO-freies Futtersoja  und mehr Tierwohl kostenneutral zu bewältigen“, betont Strasser auch in seiner Funktion als Bauernbund-Präsident.