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Afrikanische Schweinepest: China lechzt nach Fleisch

Die Exporte von Schweinefleischprodukten aus der EU konnten im ersten Halbjahr 2019 um knapp 15% oder 285.000 t auf 2,22 Mio. t Karkassengewicht gesteigert werden. Am weitaus deutlichsten legten die Ausfuhren nach China zu, während die Lieferungen in die USA spürbar rückläufig waren. Dies geht aus aktuellen Zahlen der Marktbeobachtungsstelle Fleisch in der EU-Kommission hervor. Für das kommende Jahr rechnen Experten mit weiteren Steigerungen.

Der mit Abstand größte Abnehmer von EU-Schweinefleischprodukten war im ersten Halbjahr 2019 China mit einem Anteil von 43%. Die Exporte in die Volksrepublik erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 42% auf rund 966.000 t. Diese deutliche Steigerung ist auf den erhöhten Importbedarf Chinas infolge der raschen Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zurückzuführen.

Experten der Rabobank rechnen laut „agrarzeitung“ damit, dass die ASP in diesem Jahr in China zu Produktionsverlusten von 25% führen wird. Der Rückgang der Schweinefleischerzeugung habe sich im ersten Halbjahr zwar verlangsamt, sei aber noch nicht gestoppt. Das Ausmaß des für 2019 in der Volksrepublik erwarteten Rückgangs sei beispiellos und dürfte 2020 zu einer noch geringeren Produktion führen, so die Rabobank. Die EU könnte in diesem Jahr so viel Schweinefleisch nach China liefern wie nie zuvor. Für das kommende Jahr wären die Aussichten für die europäischen Produzenten noch besser.

Im August 2019 sind die Preise für Schlachtschweine und Schweinefleisch in China aufgrund des knappen Angebots auf ein Rekordniveau gestiegen, haben aber nach Ansicht der Rabobank-Analysten ihren Höchststand noch nicht erreicht. Die Bestände an gefrorenem Schweinefleisch sind in China nach wie vor hoch, doch angesichts der hohen Preise für frische Ware sinken sie stetig. Dadurch steigt der Importbedarf.

Die EU ist der wichtigste Lieferant auf dem chinesischen Markt. Trotz relativ hoher Preise für europäisches Schweinefleisch rechnet die Rabobank damit, dass die EU den bisherigen Exportrekord von mehr als 3 Mio. t aus dem Jahr 2016 übertreffen wird. Die USA hätten eigentlich die besten Voraussetzungen für Exporte nach China, leiden aber unter den im Handelsstreit verhängten Einfuhrzöllen. Dennoch war es den USA gelungen, die Ausfuhren von Jänner bis Juni auf mehr als 30.000 t pro Monat zu steigern. Brasilien könnte künftig mehr Schweinefleisch nach China liefern, doch dazu müssten zunächst die zur Verfügung stehenden Mengen steigen. Weil die Erhöhung der Schweinefleischimporte unter den aktuellen Bedingungen an Grenzen stößt, kauft China vermehrt andere Fleischarten auf dem Weltmarkt ein.

Der zweitwichtigste Abnehmer der EU im Bereich Schweinefleisch ist Japan, das im ersten Halbjahr 2019 seine Importe aus der Union um rund 4% auf knapp 242.000 t erhöhte. Das entspricht einem Anteil von 11% an den Gesamtexporten. Dem gegenüber verringerten sich die Lieferungen nach Südkorea um 9% auf 161.000 t und jene Richtung Philippinen um 3% auf 138.000 t. Die Exporte nach Hongkong schrumpften um 6% auf 108.000 t. Das größte Minus zeigte sich bei den Exporten in die USA, die mit knapp 77.000 t um 18% geringer ausfielen.


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