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Wieder Blockaden vor Aldi Zentrallagern

Wie agrarheute.com berichtet, gingen die Blockaden auch am 29. Dezember morgens noch weiter. „Die Landwirte bleiben so lange, bis Aldi sich bewegt und konstruktive Vorschläge bringt“, sagte der Sprecher der Bewegung „Land schafft Verbindung“ in Niedersachsen, Anthony Lee. Auslöser der Aktion sind die aktuellen Verhandlungen über einen neuen Butterkontrakt.

Vor dem Aldi-Lager im niedersächsischen Hesel versperrten etwa 400 Traktoren die Zugänge, wie die Polizei mitteilte. Auch in weiteren Teilen des Bundeslandes sowie in Nordrhein-Westfalen gab es seit Montagabend Blockaden. In Schleswig-Holstein hatte es schon am Wochenende Proteste gegeben.

Der Unternehmenssprecher von Aldi-Nord, Joachim Wehner, hatte am Montag mitgeteilt, es sei völlig normal und wiederhole sich jedes Jahr aufs Neue, dass die Butterpreise aufgrund der hohen Nachfrage zur Weihnachtszeit stiegen und danach zu Jahresbeginn wieder zurückgingen. Die Bauern befürchten jedoch, dass die Preise zu stark gesenkt werden.

Wie Land schafft Verbindung Deutschland (LSV Deutschland) mitteilte, fand gestern (28.12.2020) ein Gespräch zwischen dem Vorstand der Organisation und Vertretern des Discounters Aldi statt. Zu diesem Zeitpunkt sei noch kein neuer Butterkontrakt geschlossen worden und es sei zu merken gewesen, „dass Aldi sich Gedanken macht“, so der LSV-Vorstand.

Laut LSV Deutschland will Aldi-Nord in Zukunft nur noch Frischmilch aus deutscher Landwirtschaft vermarkten, sowohl bei Bio- als auch bei konventioneller Ware. Außerdem wolle Aldi künftig vermehrt langfristige Verträge schließen, um die Planungs- und Vermarktungssicherheit zu stärken.

„Wir sehen dies als einen Anfang, welcher aber bei weitem noch nicht ausreichend ist, um den seit Jahren stagnierenden Milchmarkt eine stärkende Zukunftsperspektive zu geben“, so LSV Deutschland.

Anmerkung Redaktion: Wenn bei Aldi ausländische Bio-Frischmilch durch deutsche ersetzt werden soll, wird deutsche Bio-Frischmilch für Käse und Trinkmilchprodukte fehlen. Diese Lücke könnten wieder nicht-deutsche Molkereien, auch österreichische, auffüllen. (Red. A. Burgstaller)