Foto: agrarfoto.com

Oberösterreich knöpft sich Wolf vor

Die oö. Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger stellte am 24. März  ein neues Maßnahmenpaket zum Wolfsmanagement vor. Dieses soll vom Land am Montag verabschiedet werden. Die LK-Oberösterreich begrüßt dieses. Das Paket solle durch Information, Vorsorge und Förderungen mehr Sicherheit im Umgang mit dem Wolf bringen. Die LK fordert seit langem eine Senkung des Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene und forderte dies auch zuletzt wieder in einer einstimmig beschlossenen Resolution in der LK-Vollversammlung. Die Bäuerinnen und Bauern sehen diesen Schritt positiv, „um die traditionelle Alm- und Weidewirtschaft langfristig absichern zu können. Zwar halten sich die Nutztierrisse in Oberösterreich noch in Grenzen, aber jeder Riss ist ein Riss zu viel“, so LK-Präsident Franz Waldenberger.

Laut Langer-Weninger gehe es um den Schutz der Bevölkerung und der Alm- und Weidetiere vor dem Wolf. Die Maßnahmen zielen auch auf eine Anpassung der Wolfspolitik der EU ab. Eine noch folgende Wolfsverordnung solle aber auch den Abschuss ermöglichen. Durch starke Zuwanderung habe sich der Wolf auch in Oberösterreich ausgebreitet. Aktuell gehe man von vier Rudeln und 25 Wölfen aus – so viele wie noch nie laut Gottfried Diwold, Wolfsbeauftragter des Landes. „Es geht nicht um schießen oder nicht schießen, sondern darum, Weitsicht zu zeigen und Vorsorge zu treffen“, betonte die Landesrätin.

Als erste Maßnahme sollen die Bevölkerung und vor allem betroffene Landwirte informiert werden. Dazu sind fünf Wolfsbeauftragte eingesetzt. Mit der zweiten Maßnahme sollen Alm- und Weidetiere vorsorglich vor Attacken geschützt werden. Methoden zum Herdenschutz werden finanziell mit 50% von Nettomaterialkosten unterstützt. Der dritte Punkt des Pakets soll eine Rechtsgrundlage für den Umgang mit Problemwölfen schaffen. Dazu plane das Land in der ersten Jahreshälfte eine Wolfsverordnung, wonach scheulose Wölfe erst vergrämt, dann besendert und im Extremfall schließlich geschossen werden könnten.

Schließlich setzt sich Langer-Weninger auf EU-Ebene für eine Änderung des Schutzstatus des Wolfes im Rahmen der FFH (Fauna-Flora-Habitat-) Richtlinie ein.