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Madrider Konferenz bedroht Agrarwirtschaft

„Das Ergebnis der am Wochenende zu Ende gegangenen Klimakonferenz ist nicht nur enttäuschend, sondern es stellt sogar ein passives Bedrohungsszenario für die Land- und Forstwirtschaft dar“, resümiert die Präsidentin der Landwirtschaftskammer (LK) Oberösterreich, Langer-Weninger. „Wir müssen den Agrarsektor bereits jetzt an den Klimawandel anpassen“, betont sie.

„Wir sagen es bei jeder Gelegenheit: Die Land- und Forstwirtschaft ist der hauptbetroffene Sektor, und für uns ist der Klimawandel keine theoretische Bedrohung, sondern längst auf unseren Betrieben angekommen. Sterbende Wälder durch exzessiven Schädlingsbefall, immer stärker auftretende Kalamitäten auch in der Grünland- und Ackerbewirtschaftung, ein dramatischer Anstieg der Hitzetage und damit reduzierte Ernten, geringere Niederschläge in der Hauptvegetationszeit, Schadorganismen, welche durch geänderte Verhältnisse heimisch werden – das sind nur einige der durch den Klimawandel bereits effektiv vorhandenen Herausforderungen für unsere Land- und Forstwirtschaft“, zählt Langer-Weninger auf. „Wir werden umdenken müssen: Aktionistisch und populistisch die Klimakrise ausrufen, aber weiterhin mit Billigfliegern um die Welt jetten, ist gelinde gesagt zwiespältig“, kritisiert die LK-Präsidentin die Doppelmoral unserer Gesellschaft.

„Es scheint so zu sein, dass die Gefahr Klimawandel noch zu abstrakt ist und der Mensch offenbar erst zu Änderungen bereit ist, wenn der Leidensdruck noch größer wird. Darauf können wir als Land- und Forstwirtschaft aber nicht warten, denn auch Anpassungen brauchen Zeit. Den Fokus unserer Tätigkeit werden wir daher genau dorthin verlegen: auf Anpassungen an das Unvermeidliche. Wir werden in der Antworten suchen auf die Frage, wie man bei noch viel stärkeren Auswirkungen des Klimawandels die Land- und Forstwirtschaft absichern kann“, präzisiert die Präsidentin.

„In Anbetracht der bisherigen Ergebnisse der Weltklimakonferenzen sollte man nicht darauf bauen, dass die Konferenz 2020 in Glasgow mit Ergebnissen punkten wird. Die Teilnehmer sollten sich die Frage stellen, ob das, was sie tun, Sinn ergibt. Sollte die Antwort ’nein‘ lauten, dann wäre das Abhalten solcher Monsterkonferenzen grundsätzlich in Frage zu stellen, denn der CO2-Fußabdruck solcher Tagungen steht in keinem Vergleich zu den Ergebnissen“, so Langer-Weninger.


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