Foto: Jürgen Mück

LFS Mistelbach greift antike Weintradition auf

 

Die jahrtausendealte Geschichte des Weinbaus ist eng mit der Entwicklung früherer Kulturen verbunden. Die Region rund um das Schwarze Meer und das damalige Perserreich gelten als die Wiege des Weinbaus. Gekeltert wurde der Wein in Amphoren, die später von Fässern und Edelstahltanks abgelöst wurden. An der Fachschule Mistelbach besinnt man sich der ursprünglichen Weinherstellung und hat erstmals einen Traminer in einer Amphore aus Sandstein hergestellt.

„In jüngster Zeit wird die Weinbereitung in Tonbehältern von innovativen Winzerinnen und Winzern wiederentdeckt. Dieser spezielle Rebensaft ist aufgrund seiner Machart komplexer und benötigt im Glas mehr Zeit als ein konventionell hergestellter Wein, um seine volle Aromatik entfalten zu können“, betont Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister bei der Weinverkostung. „Bei der anspruchsvollen Weinherstellung sind die Schülerinnen und Schüler von der Lese über die Verarbeitung der Trauben bis hin zu laufenden Gärkontrolle im praktischen Unterricht eingebunden. Damit lernen sie alle Facetten dieser ursprünglichen Weinherstellung kennen“, so Teschl-Hofmeister.

„Mit der Herstellung von Amphoren-Wein betreten wir Neuland, denn es gibt kaum gesicherte Erfahrungswerte der Vinifikation. Aber die Sandsteinamphore scheint aufgrund der geringen Porengröße des Materials die optimalen Vorrausetzungen für die Weinherstellung zu erfüllen“, betont Kellermeister Günter Prem. „Durch den Zusatz von rund 20 Prozent mit der Hand gelesenen Beeren kann sich eine Vielfalt an neuen Aroma- und Geschmackskomponenten entwickeln. Dabei ist jedoch etwas Geduld gefragt. Denn der amphorenvergorene Wein wird seine volle Aromatik erst in einigen Jahren entfalten“, so Prem.

Der Amphoren-Wein wird ab dem Herbst im Hofladen der Fachschule Mistelbach in den Verkauf kommen.


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