Foto: ARGE Heumilch

Heumilch-Bauern als große Gewinner

Die ARGE Heumilch sieht sich weiter auf Erfolgs- und Wachstumskurs. Bei ihrer Jahrespressekonferenz blickte die Führungsspitze optimistisch nach vorne.

Laut den Zahlen für das Jahr 2025 stieg der Umsatz mit Heumilchprodukten im heimischen Lebensmittelhandel um sechs Prozent auf rund 179 Millionen Euro und damit dynamischer als der Gesamtmarkt, für den ein Plus von 3,6 Prozent ausgewiesen wird. Der durchschnittliche Zuschlag beim Bauernmilchpreis betrug 4,5 Cent pro Kilogramm. Insgesamt wurde damit ein Mehrwert von 23 Millionen Euro auf den landwirtschaftlichen Betrieben ausbezahlt. „Jeder Liter Heumilch in Österreich wird gesammelt und verarbeitet“, zeigte sich Langzeit-Obmann Karl Neuhofer stolz. Insgesamt seien dies 532 Millionen Kilo von rund 6.000 landwirtschaftlichen Betrieben gewesen. „Die Heumilchbauern wird man in den nächsten Jahren aufgrund der Betriebssituation herauskennen“, so Neuhofer. Die Heumilchproduktion sei ein stabiles Zukunftsmodell. „Laut einer Umfrage werden 95 Prozent unserer Mitgliedsbetriebe auch nach 2030 weiterhin Heumilch produzieren.“

Insgesamt werden rund 15 Prozent der österreichischen Milch silagefrei gewonnen. Die Bio-Menge konnte seit Gründung der ARGE im Jahr 2004 auf 40 Prozent verdoppelt werden. Das wesentliche Rückgrat für den wirtschaftlichen Erfolg ist der Herstellung von Käse. 85 Prozent der gesammelten Milch werden dazu weiterverarbeitet Dessen Produktionsmenge stieg im Vorjahr um 6,2 Prozent, der Wert sogar um 11,6 Prozent. „Der Exportanteil lag im vergangenen Jahr bei 60 Prozent, wichtigster Auslandsmarkt bleibt Deutschland“, sagte die Geschäftsführerin Christiane Mösl. Auch hier ist es vor allem der Käse, der unsere Nachbarn besonders begeistert. Neben dem bekannten Bergkäse wird vor allem Emmentaler hergestellt. Ob dieser weiterhin so genannt werden darf, ist gerade Thema einer Klage, die die Schweiz beim Europäischen Gerichtshof eingebracht hat. Ein Verbot würde die heimische Milchbranche hart treffen. „Mit fehlt aber der Glaube, dass es den Schweizern durchgeht, dass der traditionell eingeführte Name nicht mehr verwendet werden darf“, beruhigte Mösl.

Im Rückblick auf das Erreichte gab sich die Führungsspitze der ARGE Heumilch auch stolz, dass es gelungen ist, die Produktionsweise der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO als landwirtschaftliches Weltkulturerbe listen zu lassen. „Dass diese Tafel jetzt am Hoftor hängt, macht etwas mit einem Menschen“, erkennt Karl Neuhofer Stolz bei seinen Bauern. Wichtig sei auch, dass die Definition, was genau Heumilch ist als „garantiert traditionelle Spezialität“ für ganz Europa in den Händen der österreichischen Organisation liegt. Die Nachfrage nach der Produktionsweise steige auch in anderen Regionen. „In der Bretagne und der Normandie stellen Bauern um und bauen einen Heustadl über dem Fahrsilo, obwohl sie gar keinen Zuschlag bekommen.“ Aber sie würden mit der Gärfutterwirtschaft bei der Tiergesundheit mit dem Rücken zur Wand stehen. Heu sei dabei wie Medizin für die Kühe. „Mit einer Top-Silage kann man auch guten Käse herstellen. Aber zwei Drittel der Betriebe schaffen es nicht, eine solche zu herzustellen. Jene Bauern, die auf Heuwirtschaft zurückgegangen sind, sind also die großen Gewinner.“

www.heumilch.com