Austria helps Australia
Wer braucht den bitte einen Computer in einem Kuhstall? Diese Frage stellten sich viele ungläubig, als die beiden „High Tech-Brüder“ Franz und Hermann Wasserbauer Anfang der 1980-er Jahre einen Fütterungsroboter am Familienhof installiert hatten.
Geschichten wie diesen begegnet man öfters in der Agrartechnik-Szene: Ein Bauer sieht ein Problem auf seinem Hof und baut sich seine eigene Lösung dafür. Der Nachbar kommt zu Besuch, ist begeistert und will die Maschine auch. Langsam entwickelt sich eine eigene professionelle Produktion und aus dem Eigenbau wird ein Weltunternehmen. So geschehen auch bei Wasserbauer in Waldneukirchen im Traunviertel. „1986 waren Feuerwehrwettkämpfe bei uns – und plötzlich waren die Leute weg. Die haben alle beim Stallfenster hineingeschaut, wie der Kuhmeister gefahren ist“, erinnerte sich Franz Wasserbauer senior beim Festakt zum 40 Jahr-Bestandsjubiläum in der hauseigenen Lounge an eine Anekdote aus dem Gründungsjahr des Unternehmens.
Damals sei der Anbindestall Standard gewesen, 20 Kühe auf einem Hof schon viel. „Ein Computer im Stall – spinnen die komplett?“, habe er gehört. Doch der Weg war vorgezeichnet. Bereits 1988 folgte mit dem Bullenmeister eine Lösung für Mastbetriebe, 1991 mit dem Cowmaster die ersten Transponder-Technik für Laufställe. Einen wahren Meilenstein für die weltweite Rinderwirtschaft hat die Firma Wasserbauer 2002 mit dem ersten Futteranschieber namens Butler Silver gesetzt. „Diese Technologie ist aus einem modernen Stall nicht mehr wegzudenken“, unterstrich Franz Wasserbauer junior. „Der Blick nach vorne hat uns immer angetrieben. Wir wollen Flexibilisierung, die Reduktion von Arbeitszeit und den langfristigen Erfolg der Betriebe garantieren.“ Der immer noch betriebene eigene Stall, heute, Fütterungswelt genannt, wird dabei als Testlabor für Prototypen und Anschauungsobjekt für über 1.000 Besucher pro Jahr verwendet.
Schon früh hat Wasserbauer seine Innovationen auch ins Ausland verkauft. Mittlerweile werden 55 Länder beliefert, der Exportanteil beträgt, 80 Prozent. Der weitest angereiste Gast aller Partner bei der Jubiläumsfeier war Pat O´Brien von DOM Distribution in Australien. „Austria und Australia hören sich vielleicht ähnlich an, in der Rinderhaltung ist es aber eine andere Welt. Bei uns gibt es Hitze und Staub statt kalter Winter. Das ist die härteste Umgebung der Erde“, meinte er. Dennoch sei man gerade dabei einige Wasserbauer-Systeme zu installieren. „Wir sind von überall weit weg, jede Lieferung dauert drei Monate. Deshalb brauchen wir drei- bis viermal so viele Ersatzteile wie ein Händler in Europa.“ Dass „Waterpower“ die Werte wie Transparenz, Innovation und Passion teile, mache die Partnerschaft erfolgreich, so O´Brien. „Die Welt ist groß, es gibt noch viele Länder, in denen wir nicht sind“, versprach Franz Wasserbauer junior, „für die nächsten 40 Jahre wünsche ich mir noch viele Innovationen und weniger Arbeit und flexiblere Arbeitszeiten für die Landwirte.“
www.wasserbauer.at


