Schweinepreis bricht ein
Die wirtschaftliche Lage der heimischen Schweinehalter spitzt sich weiter zu. In der aktuellen Schlachtwoche ist der Schweinepreis in Österreich um zwölf Cent je Kilogramm Schlachtgewicht eingebrochen und liegt nun bei 1,52 Euro. Damit hat sich der durchschnittliche Schweinepreis im Jahresvergleich um 15 Prozent verringert, gegenüber 2024 beträgt das Minus sogar 25 Prozent.
„Unsere Schweinehalter stehen bereits seit mehreren Monaten unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Dass sich die Situation nun neuerlich verschärft, trifft die Betriebe in einer Phase, in der viele ohnehin schon mit den Folgen der Dürre zu kämpfen haben und notwendige Investitionen anstehen“, erklärt LK-OÖ-Präsident Franz Waldenberger.
Fehlender wirtschaftlicher Spielraum gefährdet notwendige Investitionen
Besonders schwer wiegt der Preisverfall, weil viele Schweinehalter derzeit vor entscheidenden Investitionen stehen. Neue gesetzliche Vorgaben machen Stallumbauten und Modernisierungen erforderlich, hinter denen die Betriebe grundsätzlich stehen. Bis 2034 müssen die österreichischen Schweinehalter enorme Summen zwischen 500.000 Euro und 2 Millionen Euro je Familienbetrieb aufbringen, um die gesetzlichen Haltungsstandards zu erfüllen.
„Wer in zeitgemäße Stallungen investieren will, muss zuvor die Möglichkeit haben, Eigenkapital aufzubauen. Bei einem Schweinepreis auf diesem Niveau ist das schlicht nicht machbar“, so Waldenberger.
Österreichs Schweinebauern brauchen besondere Unterstützung
Die Landwirtschaftskammer fordert daher ein Investitionsförderprogramm mit deutlich angehobenen förderbaren Investitionssummen und einem spürbar erhöhten Fördersatz bis 2034. Bleibt diese Unterstützung aus, gerät die heimische Eigenversorgung entlang der bäuerlichen Produktionskette in Gefahr.
Zudem bekräftigt die Landwirtschaftskammer ihre langjährige Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Fleisch und Fleischprodukte in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. „Österreichische Schweinebauern erfüllen hohe Standards bei Tierwohl, Umwelt- und Lebensmittelsicherheit. Diese Leistung muss auch bei anhaltendem Preisdruck entsprechend abgegolten werden“, so Waldenberger abschließend.


