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Worauf wir uns verlassen können: das Ehrenamt

Die Freiwilligen in Österreich sind eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Ob Feuerwehr, Landjugend, Rettungsdienst, Sport oder Kultur – wenn Not am Mann oder der Frau ist, dann sind sie zur Stelle, packen mit an, helfen oder organisieren die wertvollsten und wichtigsten Dinge. Laut Freiwilligenbericht sind rund 3,5 Millionen Österreicherinnen und Österreicher ab 15 Jahren in Vereinen, Organisationen oder Initiativen tätig. Mit einer unglaublichen Vielfalt an Leistungen sind sie es, die das Zusammenleben aktiv gestalten.
Ganz besonders prägt die Vereins­tätigkeit den ländlichen Raum und ist auch besonders für die hohe Lebensqualität in unseren Dörfern ausschlaggebend. Gerade Corona hat uns gezeigt, wie sehr wir den sozialen Kontakt und Austausch in der Gemeinde doch schätzen, aber auch vermissen. Sei es die gemeinsame Chor- oder Musikprobe, das gemütliche Feierabendbier mit den Fußballkollegen oder der eine oder andere Landjugendausflug. Ganz besonders die unzähligen Stunden der Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sind in dieser Zeit von unermesslicher Bedeutung. Gerade sie haben ihren Einsatz in letzter Zeit immer wieder unter Beweis stellen müssen – die Extremwetter­ereignisse können nicht ohne ihr Zutun bewältigt werden. Umso mehr gilt es, diese Tätigkeiten auch jetzt in den Vordergrund zu rücken. Und es gilt gerade jetzt auch, der Landwirtschaft danke zu sagen. Viele unserer Bäuerinnen und Bauern, unserer Senioren und Jugendliche sind stark in diesen Vereinen und Organisationen am Land verankert. Sie beweisen, dass sie ohne viel nachzufragen ihre Arbeit der Gemeinschaft schenken. Und wenn es gefordert ist, rücken sie auch mit ihren Traktoren und Maschinen an. Der Zusammenhalt ist größer als jede Naturkatastrophe.
Wir wissen, was wir an unseren Freiwilligen haben, darum haben wir in Niederösterreich und Österreich in letzter Zeit auch Maßnahmen gesetzt, um die Öffentlichkeit über die Wichtigkeit zu informieren. Bei „So klingt Niederösterreich“ haben fast 200 Blasmusikkapellen ein spontanes Platzkonzert in ihrer Gemeinde aufgespielt. Auch die Möglichkeit der Entgeltfortzahlung im Katastrophenfall für freiwillige Helferinnen und Helfer wurde beträchtlich auf Bundesebene im letzten Jahr ausgeweitet. Und mit dem NPO Unterstützungsfonds wurde ein Hilfsinstrument geschaffen, um unsere Vereine auch in der schwierigen Corona-Zeit zu unterstützen.
Ich blicke positiv auf die Zukunft unseres Gemeinwesens, das in Niederösterreich und auch in Österreich traditionell sehr verbreitet ist. Oft wird irrtümlich angenommen, die Freiwilligenarbeit und das aktive Engagement jedes Einzelnen gehen zurück. Das Gegenteil ist der Fall. Das freiwillige Engagement in Österreich ist sehr stabil, in Teilbereichen nimmt es sogar zu. Und wenn ich mir die jungen Leute in den verschiedenen Organisationen ansehe, dann muss man ihnen einfach zu ihrem Engagement gratulieren. Beispielhaft nenne ich hier sehr gerne die Landjugend und die vielen Feuerwehren im ganzen Land. Zudem zeichnet sich ein weiterer Trend ab. Je digitaler unsere Welt vermeintlich wird, umso wichtiger wiegt der persönliche Kontakt, das konkrete Tun und Handeln. Und dafür sind unsere ehrenamtlich tätigen Vereine und Organisationen beispielgebend – keine Klicks in Internet, sondern konkrete Taten vor Ort.


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