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Verlustersatz hilft Betrieben und stärkt Versorgung

Leere Regale, geschlossene Grenzen – und das vom einen auf den anderen Tag. Was jedem von uns vorher unvorstellbar erschien, war im März des Vorjahrs plötzlich Realität und führte sogar zu Hamsterkäufen in den Supermärkten. Spätestens da wurde jedem bewusst, wie wichtig die Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln ist. Und besonders viele wissen das Gott sei Dank auch zu schätzen, greifen verstärkt zu heimischen Produkten und führen zu Wertschätzung und Wertschöpfung. Die Direktvermarktung boomt, beim Ab-Hof-Verkauf kam es zu einer Wertsteigerung um mehr als 40 Prozent. Die Menschen haben gesehen: Die Landwirtschaft ist nicht nur systemrelevant, sie ist relevant für das Überleben. Dafür braucht es die Bäuerinnen und Bauern.
Gleichzeitig sind aber gerade auch die bäuerlichen Betriebe von der Pandemie wirtschaftlich betroffen, für viele Branchen wurde das Jahr 2020 zur besonderen Herausforderung. Vor allem die Schließung der Gastronomie und Hotellerie führte logischerweise zu fehlendem Umsatz in Küche und Gaststube und ausbleibendem Absatz bei den bäuerlichen Betrieben, die Schnitzelfleisch, Weinflaschen etc. zuliefern. Ausbleibende Gäste führen automatisch zu einbrechenden Preisen. Hier soll nun der neue Verlustersatz für indirekt Betroffene in der Landwirtschaft helfen. 60 Millionen Euro haben Ministerin Elisabeth Köstinger und die Bundesregierung dafür zur Verfügung gestellt,
die einfach und direkt helfen sollen und die Corona-bedingten Einnahmenverluste zumindest teilweise ersetzen sollen. Ab Mitte Februar kann dieser Verlustersatz über die Agrarmarkt Austria beantragt werden. Dabei wird der Verlust für die Betriebszweige einzeln pauschal berechnet. Übersteigt er eine bestimmte Höhe, werden 70 Prozent als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Damit wird nicht nur den stark betroffenen Betrieben in dieser schwierigen Zeit geholfen. Jede Stärkung der Betriebe hilft der Landwirtschaft insgesamt und stärkt damit schlussendlich auch die Produktion und Versorgung mit Lebensmitteln in den heimischen Regionen. So schließt sich der Kreis: Wir brauchen starke bäuerliche Betriebe, nur die schaffen uns allen die Sicherheit, dass wir auch in der Krise mit Lebensmitteln versorgt sind. Wir brauchen diese Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln, die nur die heimischen Bäuerinnen und Bauern gewährleisten können, und dafür brauchen sie auch Hilfe und Unterstützung, wie jetzt mit dem Verlustersatz. Das gilt im Übrigen auch für ganz Europa. Unser Kontinent muss im Stande sein, sich selbst mit Lebensmitteln zu versorgen. Jederzeit, und noch viel mehr in Zeiten der Krise. Die Pläne des Kommissions-Vizepräsidenten Timmermans gehen hier aber in die komplett falsche Richtung. Denn eine Stilllegung von Flächen heißt auch eine Stilllegung von Produktion und damit weniger Lebensmittel. Und weniger Produktion am eigenen Kontinent bedeutet gleichzeitig mehr Importe aus anderen Weltteilen, und das, obwohl nirgendwo so umweltgerecht produziert wird wie in Europa. Das kann niemand wollen. Die Gefahr ist groß, dass die Vergessenskurve steil ist. Vor einem Jahr waren die Regale leer, und auch die Corona-Pandemie wird wieder vorübergehen. Aber auch dann muss immer noch gelten: Wir brauchen eine starke Landwirtschaft und damit eine gesicherte Versorgung. Das schaffen nur die Bäuerinnen und Bauern.


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