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Österreich vertraut den Bauern

Feuerwehrleute, Polizisten, Ärzte und der Bundespräsident sind wohl jene Berufe, denen die Österreicherinnen und Österreicher am meisten vertrauen und deren Ansehen am höchsten ist. Eine aktuelle Studie zeigt aber jetzt: Auch die Bäuerinnen und Bauern spielen in dieser absoluten Top-Liga mit. 94 Prozent haben ein positives Bild von der Arbeit der heimischen Landwirte. (Spannend: In Deutschland liegt dieser Wert nur bei 79 Prozent). 85 Prozent erachten den Beruf Landwirt auch in Zukunft als wichtig für die Gesellschaft. Hier liegen die Bäuerinnen und Bauern sogar auf Platz zwei, nur geschlagen von Ärzten, aber noch vor Lehrern, Forschern und Polizisten.
Das ist eine schöne Auszeichnung und Wertschätzung, die nicht von irgendwo herkommt. Nicht zuletzt die Coronapandemie hat den Konsumentinnen und Konsumenten einmal mehr ins Bewusstsein gerufen, welch wichtige Rolle bei der Versorgungssicherheit die heimische Landwirtschaft spielt. Den Trend hin zur Regionalität gibt es ja schon länger. Aber die Covid-Krise, mit geschlossenen Grenzen, Hamsterkäufen und Spaziergängen in der Heimat statt Flugreisen, war ein wahrer Turbo und hat den Trend noch ganz deutlich verstärkt. Das sieht man auch an den gestiegenen Zahlen in der Direktvermarktung, im vergangenen Jahr wurde um ein Fünftel mehr direkt vom Bauern gekauft. Und während des ersten Lockdowns sogar fast doppelt so viel wie in Zeiten vor Corona. Wertschätzung ist hier auch zu Wertschöpfung geworden. Zu harter Währung, die zählt und Einkommen sichert.
Dieser Trend muss auch nach Corona weitergehen. Der Ländliche Raum muss Gewinner bleiben. Denn die Bäuerinnen und Bauern schaffen nicht nur das tägliche Brot, sondern sie gestalten und prägen auch das Bild unserer Heimat. Auch das ist nicht nur so dahingesagt, sondern das sehen die Menschen in Österreich. 92 Prozent sind überzeugt, dass eine funktionierende Landwirtschaft wesentlich ist für die Lebensqualität im Land. 90 Prozent sehen die Landwirtschaft als wichtigen Bestandteil der österreichischen Kultur. Und immerhin 83 Prozent geben an, dass die Bäuerinnen und Bauern unser Landschaftsbild gestalten. Gerade jetzt im Frühling sieht man das ja auch im ganzen Land, wenn Obstbäume auf Streuobstwiesen blühen und bald der Raps gelb leuchtet. Ohne bäuerliche Bewirtschaftung wäre es da ziemlich fahl und kahl im Land.
Die Österreicherinnen und Österreicher haben also erkannt, welchen wichtigen Stellenwert die Land- und Forstwirtschaft hat. Für die Versorgung mit Lebensmitteln, für die Pflege und Gestaltung der Kulturlandschaft, und auch für Tradition und Heimatkultur. Die Menschen in Österreich honorieren die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern mit hoher Sympathie und Wertschätzung. Zu hoffen bleibt, dass auch das Verständnis vorhanden ist und bleibt, dass all diese Leistungen auch etwas Wert sein müssen. Denn zum Nulltarif gibt es all das nicht. Bäuerliche Produktion ist schließlich kein Selbstzweck und ernährt nicht nur die Kundinnen und Kunden, sondern zuallererst auch die bäuerliche Familie selbst, die damit ein Einkommen erwirtschaften will und muss.


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