NIEDERÖSTERREICH IM FOKUS

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Jetzt muss gehandelt werden!

Der Krieg in der Ukraine macht uns alle tief betroffen. Und er betrifft uns auch, unsere Versorgung mit Energie und Lebensmitteln. Das zeigt der Allgemeinheit immer mehr: Unsere landwirtschaftlichen Betriebe sind die Basis für unsere Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln. Das war nicht immer allen bewusst. Es hat sich aber bereits in der Pandemie gezeigt und durch den Krieg in der Ukraine noch verstärkt. Die Landwirtschaft ist systemrelevant – es sind die tagtäglichen Leistungen auf den Höfen und Betrieben, die auch noch stärker von den Konsumentinnen und Konsumenten honoriert werden.
Der Druck auf unsere Bäuerinnen und Bauern steigt aber zusehends: Auf den heimischen Bauernhöfen haben sich die Produktionskosten bei Diesel, Dünge- und Futtermitteln enorm erhöht. Fest steht aber auch, in schwierigen Zeiten, verbunden mit ausfallenden
Lieferketten und weltweit schwindelerregenden Preissteigerungen, wünschen sich aktuell 87 Prozent eine krisensichere Versorgung mit Lebensmitteln, mehr als drei Viertel der Bevölkerung setzen also ihre Hoffnungen auf eine funktionstüchtige sowie regionale heimische Landwirtschaft. Aber zum Nulltarif gibt es all das nicht. Bäuerliche Produktion ist schließlich kein Selbstzweck und ernährt nicht nur die Kundinnen und Kunden, sondern zuallererst auch die bäuerliche Familie selbst, die damit ein Einkommen erwirtschaften will und muss, um die Produktion im Land zu halten.
Unsere Bäuerinnen und Bauern sind das Rückgrat des ländlichen Raumes und einer funktionierenden Selbstversorgung. Damit dies zum Wohle und Schutz der Bürgerinnen und Bürger so bleiben kann, brauchen sie jetzt echte Unterstützung und einen raschen Teuerungsausgleich. Andere EU-Länder, wie beispielsweise Frankreich, stellen ihren Landwirten viel höher dotierte Sonderpakete zur Verfügung. Österreich nutzt den von der EU eingeräumten Spielraum bei Entlastungen im landwirtschaft­lichen Bereich noch nicht ausreichend aus.
Hier muss schnell angesetzt werden, denn wenn die regionale Erzeugung von Lebensmitteln aufgrund stark steigender Kosten für Betriebsmittel nicht mehr wettbewerbsfähig ist, droht unsere Produktion zurückzugehen. Das wiederum würde die Gesamtsituation dramatisch verschärfen. Gerade jetzt im Frühling sieht man das ja auch im ganzen Land, wenn Obstbäume auf Streuobstwiesen blühen und bald der Raps gelb leuchtet. Ohne bäuerliche Bewirtschaftung wäre es da ziemlich fahl und kahl im Land.
Es braucht jetzt Entschlossenheit, um den hohen Selbstversorgungsgrad durch die heimische Landwirtschaft abzusichern. Da braucht es auch Vorrang für bäuerliche Produktion im eigenen Land und am eigenen Kontinent, statt Flächen stillzulegen oder Lebensmittel zu importieren. Die Landwirtschaft ist nicht nur systemrelevant, sie ist relevant für das Überleben. Denn die Supermärkte stellen zwar Regale auf, aber die Bäuerinnen und Bauern füllen sie mit frischen regionalen Lebensmitteln. Hier geht es um Existenzen, hier geht uns um die Versorgungssicherheit und um die Zukunft unseres Landes. Jetzt ist Zeit zum Handeln.


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