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Ein Sommer wie damals?

Wir haben es im heurigen Sommer gemerkt: Es war unerträglich heiß. Und für die Bäuerinnen und Bauern viel wichtiger: Es war dramatisch trocken! Der heißeste und trockenste Sommer der Messgeschichte liegt hinter uns und lässt auch die schlimmsten Klimawandel-Leugner ihre eisernen Grundsätze („Freut euch doch über das schöne Badewetter, heiß war es früher auch …“) über Bord werfen. Denn natürlich bewegt sich da was, natürlich ändert sich das Klima. Temperaturen steigen, Hitzewellen werden intensiver, Dürrephasen länger. Und Unwetter punktueller und wesentlich stärker. Kein Landregen, sondern Sturzfluten oder Hagelschauer, wenn gleichzeitig zwei Kilometer daneben jeder Acker staubt und jedes Gras verdorrt. Leidtragende sind die Bäuerinnen und Bauern, ihr Vieh und ihre Erträge. Fehlendes Futter, steigende Kosten und für viele bäuerliche Familienbetriebe eine massive wirtschaftliche Belastung. Oder wie ein Jungbauer letztens verzweifelnd den Kopf schüttelte: „Ein Sommer zum Vergessen.“
Die Bundesregierung hat ein Hilfspaket geschnürt, um möglichst zielgerichtet und trotzdem möglichst breit zu unterstützen. Denn im heurigen Dürre-Sommer war so gut wie jeder Betrieb von Einbußen betroffen. Körndl- und Hörndlbauern gegeneinander auszuspielen, wie das manche versucht haben, führt dabei nur in die Sackgasse und schädigt die Landwirtschaft insgesamt. Und der Landwirtschaft selbst die Schuld zu geben und Bäuerinnen und Bauern zu Klima-Sündern zu machen, wäre überhaupt der komplett falsche Ansatz. Unsere Betriebe müssen jeden Tag mit Wind und Wetter wirtschaften. Sie sind die ersten, die von Dürre oder Unwettern betroffen sind. Und unsere Betriebe in Österreich versuchen schon lange, sich möglichst gut an den Klimawandel anzupassen. Mit Versicherungen, mit veränderten Bewirtschaftungsmethoden, mit angepassten Sorten und mit Bewässerung, dort wo Bewässerung möglich ist. Das wird auch weitergehen (müssen). Wasser wird das Thema der Zukunft, für die Landwirtschaft und für die gesamte Gesellschaft.
Was mich wirklich ärgert, waren die unnötigen Diskussionen rund um die Dürrehilfen, sowohl politisch als auch medial. In aller Klarheit: Ideologie hat in solchen Katastrophen nichts verloren. Wenn ein Haus (oder der Wald) brennt, löscht die Feuerwehr ja auch sofort, ohne langwierige Verhandlungen um neue Gesetze. Doch wenn es um die Landwirtschaft geht, fühlt sich plötzlich jeder zum Experten oder politischen Beschützer berufen, auch wenn er landwirtschaftliche Produkte nur aus dem Supermarkt, ein Weizenfeld nur vom Vorbeifahren und eine Alm nur vom Wandern kennt. Erst der Druck des Bundeskanzlers und die Beharrlichkeit des Landwirtschaftsministers haben die Lösung gebracht. Wichtig ist jetzt, dass die notwendigen Hilfen rasch ankommen, denn die Situation auf den Höfen ist äußerst angespannt. Und gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass unsere Landwirtschaft auch bei zunehmender Trockenheit eine starke Zukunft hat. Denn auf den nächsten Regen allein dürfen wir uns nicht verlassen.

NÖ. Agrarlandesrat Stephan Pernkopf