Foto: Barbara Stipper

Meister der Furchen gekürt

Präzision bis auf den letzten Zentimeter, technisches Können und höchste Konzentration: Von 20. bis 22. August 2026 wurde St. Valentin zum Treffpunkt der besten Pflüger Österreichs. Beim 69. Bundesentscheid Pflügen stellten die Teilnehmer und eine Teilnehmerin ihr Können in den verschiedenen Wettbewerbsklassen eindrucksvoll unter Beweis.

Beim Leistungspflügen entscheiden oft kleinste Details über den Sieg. Ziel ist es, ein möglichst gleichmäßiges und sauberes Feldbild zu schaffen. Bewertet werden unter anderem gerade und parallele Furchen, eine gleichmäßige Arbeitstiefe und Krümelung des Bodens sowie die vollständige Einarbeitung von Stoppeln und Bewuchs. Neben einer optimal eingestellten Technik sind vor allem Erfahrung, Konzentration und Fingerspitzengefühl gefragt.

Insgesamt stellten sich 28 Pflüger und eine Pflügerin aus 5 Bundesländern dem Bewerb und kämpften in den Klassen Beetpflug, Drehpflug Spezial und Drehpflug Standard um die begehrten Bundessiege.

Beetpflug: Bundessieg geht an Oberösterreich

In der Klasse Beetpflug setzte sich der bereits mehrfache Bundessieger Stefan Steiner aus Oberösterreich mit einer herausragenden Leistung durch und sicherte sich seinen insgesamt vierten Bundessieg. Auf Platz zwei folgte Martin Mostegel aus Kärnten, den dritten Platz belegte Andreas Eder aus Oberösterreich.

Über die Platzierung als bester Newcomer durfte sich Niklas Gadermayr aus Oberösterreich freuen.

In der Klasse Beetpflug kommen speziell für den Wettbewerb adaptierte Pflüge zum Einsatz. Leerfahrten sind erlaubt, wobei der Traktor am Ende der Furche wendet. Gerade in dieser Klasse investieren die Teilnehmer viel Zeit in die optimale Abstimmung von Maschine, Pflug und Bodenverhältnissen.

Drehpflug Spezial: Jakob Metz setzt sich an die Spitze

Auch in der Klasse Drehpflug Spezial wurde um jeden Punkt gekämpft. Den Bundessieg holte sich zum ersten Mal der Niederösterreicher Jakob Metz vor Alfred Weinbergmair aus Oberösterreich auf Rang zwei und Lukas Holl aus Niederösterreich auf dem dritten Platz.

Den Titel als bester Newcomer sicherte sich der zweitplatzierte Alfred Weinbergmair.

Beim Drehpflug Spezial kommen eigens für den Wettbewerb optimierte Wende- bzw. Drehpflüge zum Einsatz. Das Restbeet wird ohne Leerfahrten gepflügt. Die Maschinen werden von den Teilnehmern über das gesamte Jahr hinweg laufend weiterentwickelt und individuell an die hohen Anforderungen des Leistungspflügens angepasst. Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und Erfahrung spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Drehpflug Standard: Können mit serienmäßiger Technik

In der Klasse Drehpflug Standard treten die Teilnehmer mit handelsüblichen Pflügen gegeneinander an. Den Bundessieg sicherte sich Gabriel Pobatschnig aus Kärnten. Auf Rang zwei folgte Jonas Brandstätter aus Oberösterreich, Platz drei ging an Josef Bauer aus der Steiermark

Gerade diese Klasse zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in einer optimalen Maschineneinstellung und einer präzisen Arbeitsweise steckt.

Starke Teamleistungen in den Mannschaftswertungen

Nicht nur die Einzelleistungen standen im Mittelpunkt des Bundesentscheids. Auch in den Mannschaftswertungen kämpften die Bundesländer um die Spitzenplätze. Für die Wertung werden die Ergebnisse der jeweils zwei besten Pflüger eines Bundeslandes zusammengezählt.

In der Kategorie Beetpflug ging der Mannschaftssieg an Stefan Steiner und Andreas Eder aus Oberösterreich. Den zweiten Platz belegten Martin Mostegel und Thomas Reinwald aus Kärnten, Rang drei sicherten sich Hannah Thrackl und Julian Cecil aus dem Burgenland.

In der Mannschaftswertung Drehpflug triumphierten Jakob Metz und Lukas Holl aus Niederösterreich. Platz zwei ging an Alfred Weinbergmair und Thomas Reisinger aus Oberösterreich, über den dritten Platz freuten sich Ulrich Pichler und Martin Urak aus Kärnten.

Leistungspflügen verbindet Tradition mit moderner Landwirtschaft

Der Bundesentscheid Pflügen zählt seit Jahrzehnten zu den traditionsreichsten Wettbewerben der Landjugend Österreich. Gleichzeitig zeigt der Bewerb, wie viel modernes technisches Know-how, Innovationsgeist und Präzision in der Landwirtschaft stecken. Die Teilnehmer bereiten sich intensiv auf den Wettbewerb vor und investieren zahlreiche Stunden in Training, Maschinenabstimmung und die Weiterentwicklung ihrer Technik.

Neben dem Wettbewerb sorgte die Landjugend Bezirk Haag mit einem vielseitigen Rahmenprogramm für beste Stimmung und zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch. Damit wurde der Bundesentscheid nicht nur zum sportlichen Höhepunkt für die heimische Pflügerelite, sondern auch zu einem Treffpunkt für Landwirtschaft, Landjugend und interessierte Besucher.