Ein Geräteträger im Traktor-Look
Der Tiroler Landtechnikhersteller Lindner macht eine im wahrsten Sinne des Wortes „starke“ Ansage: Mit dem Lintrac 160 läuft bald der stärkste Traktor der Firmengeschichte vom Band.
Kompakt genug, dass er für den Alpenraum passt. Stark genug, dass mit ihm auch größere Geräte betrieben werden können. Das ist der neue Lintrac 160 LDrive laut dem Geschäftsführer des Kundler Herstellers, David Lindner. „In den vergangenen Jahren haben wir sehr oft den Wunsch nach einem Traktor gehört, der leistungsstark ist, gleichzeitig aber sehr wendig bleibt und höchsten Komfort für lange Einsätze bietet.“ Die Stufenlosigkeit ist dabei ein wichtiges Argument. Tatsächlich einzigartig ist aber die 4-Rad-Lenkung für einen Traktor mit 175 PS. Dank der kompakten Bauweise bleibe man beim Wendekreis eng. „Der Lintrac 160 ist ein Geräteträger, der zufällig wie ein Traktor aussieht“, schwärmt David Lindner.
Der Neuzugang sei eine Alternative für österreichische Betriebe, die mehr Leistung brauchen. Mit ihm wollen die Tiroler auch neue Märkte erschließen. Speziell für ihre stärkste Maschine entwickelt haben die Lindner Traktorenwerke gemeinsam mit ZF das Stufenlosgetriebe TMT-14. Das Powermanagement gewährleistet eine optimale Abstimmung von Traktor und Motor, sodass der Lintrac bei reduzierter Motordrehzahl von 1.660 U/min 50 km/h fährt. „Eine besondere Innovation ist die intelligente Getriebesteuerung Smart Lift. Sie garantiert bei Frontladerarbeiten die perfekte Getriebeabstimmung“, erklärt Stefan Lindner.
Ein völlig neues Kapitel schlägt man auch bei Motor auf. „Erstmals sorgt ein FPT-Motor mit 4,5 Liter Hubraum und einem extrem starken Drehmoment von 700 Newtonmetern für volle Kraft unter der Motorhaube“, ist der Technologie-Geschäftsführer begeistert. Die Hydraulikleistung beträgt 120 Liter/min. Wie bei Lindner gewohnt, werden Getriebe und Lenkung getrennt von der Arbeitshydraulik geölt, damit es zu keiner Verunreinigung über Anbaugeräte kommen kann. Gefeilt haben die Tiroler Entwickler auch am Bedienkonzept. Bei ihm ergänzt der sogenannte LDrive-Stick den bisherigen LDrive-Regler. Damit soll der Fahrer vor allem bei Transportarbeiten direkter beschleunigen und verzögern können, hebt Manuel Lindner der Leiter für Innovation, Qualität und Lehrlingsausbildung hervor.
Einen direkten Vorgänger hat der Lintrac 160 LDrive zwar nicht. Er soll aber Kunden ansprechen, die ihren bisherigen Geotrac 134ep ersetzen wollen. Dieser kräftigste aller Geotracs war bis 2018 gebaut worden. Um das neue Modell effizient montieren zu können, wurden die Bänder im Werk in Kundl neu angeordnet, die Wege effizienter gemacht und den Materialfluss verbessert, sagt Montage-Chef Christoph Lindner. Bei der Hausmesse und der Agritechnica wurde die Neuheit erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Die ersten Prototypen waren über 1.000 Stunden im Einsatz, um Erfahrungen zu sammeln. Nun wird die voll ausgestattete „First Edition“ angepriesen, deren Auslieferung Ende Mai starten soll. Im ersten Jahr sollen es nicht mehr als hundert Stück sein, meint David Lindner. „Mittelfristig sehen wir ein Marktvolumen von 250 Stück pro Jahr.“


