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Die Milliarden-Dürre

2026 war das trockenste Frühjahr und der heißeste Sommer seit Beginn der Messungen. Die Schäden in der Landwirtschaft summieren sich auf rund eine Milliarde Euro, so viel wie nie zuvor. Wie gut die Betriebe abgesichert waren, zeigt die Bilanz der Österreichischen Hagelversicherung.

Trockenster Frühling, heißester Sommer

Das Jahr 2026 geht als Dürrejahr in die Geschichte ein. Im Frühling fiel nur etwa halb so viel Regen wie üblich, im Sommer fehlte rund ein Drittel der Niederschläge. Dazu kam die Hitze: Erstmals überschritt das Thermometer in Österreich die Marke von 41 Grad. Die Folgen für Äcker und Grünland waren gravierend. Die Dürreschäden beliefen sich auf insgesamt eine Milliarde Euro und markieren damit einen traurigen Rekord. Das teilte die Österreichische Hagelversicherung am 28. Oktober 2026 in Wien mit.

Entschädigungen fließen früh

Die Versicherung hat bereits 375 Millionen Euro an Dürreentschädigungen an die versicherten Betriebe ausbezahlt. Insgesamt rechnet sie mit rund 400 Millionen Euro für Dürreschäden. Der Rest soll bis Ende November überwiesen werden, sobald die endgültigen Ertragsabrechnungen für Saatmais und Ölkürbis der Erzeugergemeinschaften vorliegen.

Generaldirektor Kurt Weinberger sieht in der raschen Auszahlung mehr als eine Formalität: Sie sichere die Liquidität der Betriebe, schaffe Planungssicherheit und helfe, bäuerliche Existenzen zu erhalten. Zugleich warnt er vor einem Muster, das sich verfestigt. Große Dürreschäden, die früher etwa alle zehn Jahre auftraten, träfen die Landwirtschaft inzwischen alle zwei bis drei Jahre. Für ihn ist die Milliarde Euro auch ein Anlass zum Handeln, vor allem durch konsequenten Klima- und Bodenschutz.

Staat und Versicherung als Partner

Die Absicherung beruht auf einem Zusammenspiel von öffentlicher Hand und privater Vorsorge. Bund und Länder fördern die Prämien, damit die Betriebe sich eigenverantwortlich gegen Wetterrisiken versichern können. Im Rahmen des Dürrepakets der Bundesregierung steigt der öffentliche Zuschuss zur Prämie für das Dürrerisiko im Jahr 2027 von 55 auf 65 Prozent. Der Anreiz soll mehr Betriebe dazu bewegen, sich abzusichern.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Weinberger bezeichnen Österreich als Land mit dem am besten funktionierenden Ernteversicherungssystem Europas. Die Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Landwirtschaft und Versicherungswirtschaft sei dafür die Grundlage.

Ein Modell mit Zukunft?

Das Rekordjahr zeigt aus Sicht beider, dass eine verlässliche Absicherung angesichts häufigerer Wetterextreme wichtiger wird. Das österreichische Modell verbindet staatliche Unterstützung mit privater Eigenvorsorge, und es habe sich in dieser Ausnahmesituation bewährt. Totschnig und Weinberger sprechen von einer Investition in die Zukunft der Landwirtschaft. Das Modell solle weiter unterstützt und weiterentwickelt werden, denn starke Risikovorsorge sichere Existenzen, schaffe Stabilität und stärke die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln.