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Sparen bei vollen Regalen

Geopolitische Spannungen und der Klimawandel hinterlassen deutliche Spuren im Einkaufsverhalten der österreichischen Haushalte. Das zeigt die aktuelle Halbjahresbilanz der RollAMA, der rollierenden Agrarmarktanalyse der AMA-Marketing, für das erste Halbjahr 2026. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick paradox: Es wird weniger eingekauft, aber es wird gezielter auf Qualität und Herkunft geachtet.

Konkret ist die erfasste Einkaufsmenge im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 % gesunken. Besonders betroffen sind größere Familienhaushalte mit Kindern und mittlerem Einkommen, die ihr Einkaufsverhalten spürbar an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen. Gleichzeitig wächst der Anteil an Bioprodukten weiter: Mit knapp 13 % erreichten die Bioanteile im Lebensmitteleinzelhandel im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Höchststand.

„Die aktuellen RollAMA-Daten zeigen deutlich, dass die Haushalte ihr Einkaufsverhalten an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen. Gleichzeitig bleiben Qualität und regionale Herkunft für die Konsumenten wichtig. Gerade wenn stärker auf den Preis geachtet wird, braucht es verlässliche Orientierung am Regal. Das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biosiegel schaffen Vertrauen: Sie stehen für geprüfte Qualitätsstandards, nachvollziehbare Herkunft und unabhängige Kontrollen“, erklärt Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing.

Vertrauen in heimische Produkte wächst

Diese Einschätzung deckt sich mit Ergebnissen des Marktforschungsinstituts YouGov. Drei Viertel der Österreicher sind demnach der Meinung, dass Lebensmittel aus Österreich qualitativ am besten sind, wobei diese Zustimmung gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich gestiegen ist. Auch das AMA-Gütesiegel gewinnt an Bedeutung: 44 % der Konsumenten bevorzugen beim Einkauf Produkte mit diesem Siegel, ein Plus von fast 4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

„Österreichische Produkte genießen bei den Konsumenten einen enorm hohen Stellenwert“, so Klara Fichtenbauer, Senior Consultant bei YouGov.

Jeder dritte Euro für ein Sonderangebot

Das gestiegene Preisbewusstsein zeigt sich auch bei der Wahl der Einkaufsstätte. Mehr als jeder dritte ausgegebene Euro fließt mittlerweile in ein Aktionsprodukt. Die Diskonter profitieren davon am stärksten und kommen im ersten Halbjahr auf einen Umsatzanteil von über 30 %, während klassische Supermärkte, vor allem Großflächen, leicht an Boden verlieren. Fachhandel und Direktvermarktung halten sich mit einem stabilen Umsatzanteil von 8,6 % vergleichsweise gut. Fast zwei Drittel aller Ausgaben im Lebensmitteleinzelhandel entfallen inzwischen auf Handelsmarken. Zugleich schreitet die Konzentration im Handel voran: Die vier größten Handelsketten vereinen mittlerweile fast 90 % Marktanteil auf sich.

Protein, Butter und Huhn liegen im Trend

Bei den Lebensmitteln selbst zeichnen sich klare Vorlieben ab. Proteinreiche Produkte wie Naturjoghurt inklusive Skyr, Frischkäse, Topfen, Vollkornbrot, Getreide, Samen und Heidelbeeren waren im ersten Halbjahr besonders gefragt, ebenso sortenreine Öle wie Kürbiskern- und Rapsöl.

Bei den Fetten zeigt sich ein bemerkenswertes Muster: Obwohl die Buttermenge zurückging, weil die Preise durch europaweite Produktionsüberschüsse bei Milchfett deutlich sanken, bleibt die Nachfrage nach Butter im Vergleich zu Margarine stabil hoch. Die Konsumenten greifen also unabhängig von der Preisentwicklung eher zu Butter als zur pflanzlichen Alternative.

Beim Fleisch setzt sich der langfristige Trend zum Geflügel fort: Hühnerfleisch legte sowohl mengen- als auch umsatzmäßig zu und überschreitet mit 32 % erstmals klar die Marke von 30 % Mengenanteil am gesamten Fleischkonsum. Schweinefleisch zeigt sich mit einem leichten Mengenrückgang von 2 % und rund 3 % niedrigeren Preisen vergleichsweise stabil. Bei Rindfleisch sorgen dagegen Angebotsengpässe für steigende Preise: Trotz rückläufiger Menge legte der Umsatz hier um 4 % zu.

Frisches Gemüse statt Tiefkühlware

Auch bei pflanzlichen Lebensmitteln zeigt sich ein differenziertes Bild. Während einzelne Kategorien Mengeneinbußen hinnehmen mussten, konnte Frischgemüse, allen voran Salat und Fruchtgemüse, zulegen. Bei Erdäpfeln sorgte eine ergiebige Ernte im Herbst 2025 für ein größeres Angebot und damit sinkende Preise. Insgesamt entwickelten sich frisches Obst und Gemüse mengenmäßig besser als konservierte Produkte und Tiefkühlware, was sich unter anderem damit erklären lässt, dass frische Produkte weniger energieintensiv hergestellt werden und dadurch von den gestiegenen Energiekosten weniger betroffen sind.

Restaurants legen stärker zu als der Handel

Während der Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel insgesamt rückläufig war, entwickelte sich der Außer-Haus-Konsum im ersten Halbjahr 2026 dynamischer. Das zeigt ein Vergleich der RollAMA-Daten mit jenen aus dem Gastronomiegroßhandel (GastroPanel® / GastroData). Besonders Milch, Fleisch und Eier verzeichneten in der Gastronomie eine bessere Entwicklung als im Einzelhandel.

Die vollständige Presseaussendung samt Grafiken steht unter folgendem Link zum Download bereit: https://b2b.amainfo.at/de-at/presse-aktuelles/presse/pressemitteilungen/2026/rollama-halbjahr-2026-krisen-beeinflussen-kaufverhalten

RollAMA: Die RollAMA (rollierende Agrarmarktanalyse) der AMA-Marketing wird in Zusammenarbeit mit YouGov Shopper Panel (vormals GfK) und KeyQUEST Marktforschung durchgeführt. In diesem Haushaltspanel dokumentieren 2.800 österreichische Haushalte ihre Lebensmitteleinkäufe, unter anderem bei Fleisch und Geflügel, Wurst, Milch und Milchprodukten, Käse, Obst, Gemüse, Eiern, Erdäpfeln, Tiefkühlprodukten, Fertiggerichten, pflanzlichen Alternativen sowie Brot- und Getreideerzeugnissen. Die Ergebnisse werden auf die Gesamtzahl der österreichischen Privathaushalte hochgerechnet. Individualeinkäufe und der Außer-Haus-Konsum sind darin nicht enthalten.