Foto: PöttingerGeschäftsführung: Wolfgang Moser, Gregor Dietachmayr, Jörg Lechner, Herbert Wagner, Markus Baldinger

Pöttinger kehrt auf Wachstumskurs zurück

Landtechnikhersteller aus Grieskirchen steigert Umsatz um 5 Prozent – Grünlandtechnik bleibt Zugpferd

Die Pöttinger Landtechnik GmbH aus Grieskirchen hat das Geschäftsjahr 2025/26, das am 31. Juli 2026 endete, mit einem Umsatzplus von 5 Prozent abgeschlossen. Der Konzern erwirtschaftete 485 Millionen Euro und knüpft damit an eine Erholung an, die nach dem Rekordjahr 2022/23 mit 641 Millionen Euro und einem darauffolgenden Einbruch auf 461 Millionen Euro im Jahr 2024/25 lange auf sich warten ließ. Angesichts von anhaltendem Kostendruck in der Landwirtschaft und volatilen Agrarmärkten wertet das Unternehmen das Ergebnis als Bestätigung des eingeschlagenen Kurses.

Besonders gefragt war einmal mehr die Grünlandtechnik: Bei Heugeräten und Ladewagen konnte Pöttinger seine ohnehin hohen Marktanteile sogar noch ausbauen. Die Exportquote liegt seit Jahren stabil bei rund 90 Prozent, wichtigste Auslandsmärkte sind Frankreich und Deutschland. Überdurchschnittlich zulegen konnte das Unternehmen zuletzt aber vor allem im Heimmarkt Österreich.

Digitalisierung und neue Maschinen als Wachstumstreiber

Um seine Marktposition zu festigen, setzt Pöttinger konsequent auf neue Produkte und Digitalisierung. Mit Version 4.0 der App Harvest Assist bringt der Hersteller heuer ein umfassendes Update seiner Software zur Grünfutterernte auf den Markt: Sie visualisiert Standorte, organisiert Arbeitsabläufe und übernimmt Tracking und Navigation der Erntemaschinen. Das Unternehmen sieht sich damit als einen der führenden Anbieter digitaler Lösungen in der Landtechnik positioniert.

Auch bei den Maschinen selbst tut sich einiges: Mit der pneumatischen Aufbausämaschine Aerosem M, der Fronttank-Sämaschine Aerosem F und dem Universalgrubber Synkro erweitert Pöttinger sein Sortiment in der Bodenbearbeitung und Aussaat. Die Einzelkornsämaschine Puro H 3000 hat die Testphase erfolgreich abgeschlossen und steht kurz vor der Markteinführung. In der Grünlandtechnik sorgten die automatische Schwadablage für das Mähwerk Novacat V sowie der neu entwickelte Siliermitteltank Liquido F für Aufmerksamkeit. Bei den Ladewagen erweiterte das Unternehmen sein Angebot gleich um zwei Modelle: den leichtzügigen Rotorladewagen Profi 5000 und den Förderschwingenladewagen Boss 5000.

Stabile Belegschaft, weiterer Ausbau der Ersatzteillogistik

Die Mitarbeiterzahl bewegt sich mit rund 2.100 Beschäftigten aus 37 Nationen nahezu auf Vorjahresniveau (minus 1 Prozent). Den größten Teil der Belegschaft beschäftigt Pöttinger mit 1.173 Mitarbeitern weiterhin in Österreich, gefolgt von Tschechien (407), Deutschland (208) und Italien (76); die restlichen 217 Beschäftigten verteilen sich auf weitere internationale Standorte. Produziert wird an fünf Werken: zwei in Österreich (Grieskirchen und St. Georgen bei Grieskirchen), je eines in Deutschland (Bernburg), Tschechien (Vodňany) und Italien (San Vito al Tagliamento). Der Vertrieb läuft weltweit über den Landtechnikhandel.

Investiert wird derzeit vor allem in die Ersatzteilversorgung: Am internationalen Logistikzentrum in Taufkirchen (Oberösterreich), das gemeinsam mit 17 dezentralen Lagern in Europa, Amerika, Asien und Australien für schnellen Nachschub an Verschleiß- und Ersatzteilen sorgt, laufen seit März 2026 Erweiterungsarbeiten, die bis Dezember 2026 abgeschlossen sein sollen. Zusätzliche 3.000 Quadratmeter Hallenfläche, eine vierte Gasse im automatischen Kleinteilelager mit 10.000 neuen Stellplätzen sowie ein von zehn auf 17 Reihen erweitertes Palettenlager sollen die Versorgungssicherheit langfristig absichern.

Vorsichtiger Optimismus trotz Trockenheit

Trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten zeigte sich Gregor Dietachmayr, Sprecher der Geschäftsführung, bis vor wenigen Wochen zuversichtlich: Die Märkte blieben zwar anspruchsvoll, doch gebe es erste Anzeichen einer Stabilisierung. Zugleich verwies Dietachmayr auf ein neues Risiko: Die Trockenheit in nahezu allen europäischen Ländern und die daraus resultierenden Mindererträge in der Landwirtschaft dürften die Marktlage künftig verändern. Pöttinger wolle seine Kundschaft daher weiterhin über Investitionen in Innovation, Digitalisierung sowie neue Produkte und Dienstleistungen unterstützen – die Grundlage, um den Wachstumskurs auch in einem schwierigeren Umfeld fortzusetzen.