Dürres Paket?
Die verkündeten 240 Mio. Euro an Dürrehilfe sind ein komplettes Desaster, behauptet der Unabhängige Bauernverband UBV.
Das ist ein Totalversagen der Bundesregierung, welche die Bauern in ihrer Not pflanzt. Die gesamten 240 Mio. Euro schaffen bis auf die 140 Mio. Euro Stundung der SVS- Beiträge keine Liquidität.
Für die Stundung der SVS-Beiträge von 2 Monaten in der Höhe von 140 Mio. Euro dürfen die
Bauern aber in den nächsten 5 Jahren insgesamt 250 Mio. Euro zurückzahlen! Man fragt sich,
ob die Bundesregierung der Meinung ist, die Bauern könne man für dumm verkaufen.
140 Mio. Stundung, 100 Mio. für nix, weil beim Bauern nichts ankommt, dafür in
5 Jahren 250 Mio. bei den Bauern abkassieren? Die Bundesregierung ist rücktrittsreif!
Das Dürre Hilfspaket frotzelt die Bauern und stärkt die Interessen der Banken
Angesichts des Einkommens Desasters brauchen die Bauern dringendst Liquidität. Also Geld, um
etwas zu bezahlen oder um zu investieren. Das vorgeschlagene Dürre Hilfspaket der Bundesregierung ist ein Taschenspieler Trick mit einem Ergebnis, welches nach einem äußerst schäbigen Kuhhandel in der Bundesregierung nun als Erfolg präsentiert wird.
Anstatt die Liquidität der Bauern zu stärken, treibt man diese bewusst und gezielt zu den Banken hin.
Zinszuschüsse für Kredite erleichtern den Bauern nichts, man fördert gezielt die Schuldenfalle.
Konkret muss man festhalten:
o 25 Mio. Zinszuschüsse – das Geld geht zum Kreditgeber (Bank) und ist keine Liquiditätshilfe
o 25 Mio. Euro Stundung – Agrarinvestitionskrediten – löst kein Problem, man verschiebt es nur
o 50 Mio. Aufstockung der Dürreversicherungsbeiträge durch den Bund – bringt Bauern nichts
o Bleiben 140 Mio. gestundete SVS-Beiträge für 2 Monate.
Geld, dass man wie ein Taschenspieler aus den Rücklagen der SVS-Pensionsfonds nimmt, den die Bauern in 5 Jahren wieder auffüllen müssen. Dieses Dürre Hilfspaket ist ein glattes Desaster. Dass man dafür eine mehrwöchige Schmierenkomödie inszeniert, passt zur leider sehr desolaten Bundesregierung.
Der UBV lehnt dieses inkompetente Dürre Hilfspaket in dieser Form komplett ab. Aus
der Sicht des UBV würde ein echtes Dürre Hilfs Paket für die Bauern wie folgt aussehen:
1) Sofortige Auszahlung der beschlossenen, fixierten Agrargelder jetzt im September Damit hätten
die Bauern Geld – sprich Liquidität und bräuchten dann keine Bank oder Zinszuschüsse, Warum
werden diese Gelder nicht vorgezogen ausbezahlt? Warum schickt man stattdessen die Bauern zu den Banken?? Wem dient sich hier die Bundesregierung an?
2) Erlass der SVS-Beiträge für das 4 Quartal zu 2026 (rund 210 Mio. Euro) sowie für das Quartal 1
zu 2027 (rund 210 Mio. Euro). Das wäre echtes Geld für die Bauern in deren Tasche zum Investieren.
Da die Bauern rund um CORONA keinen Cent erhalten haben und keine Abgeltung der Inflation bei den öffentlichen Geldern seit 30 Jahren haben, ist das mehr als nur gerechtfertigt, hier ein klares Zeichen zu setzen. Alles andere ist eine „Die Bauern für dumm verkaufen“ durch die Bundesregierung.
3) Korrektur der Spielregeln am Markt. Die Rahmen zum Wirtschaften werden für die Bauern jedes Jahr schlechter – das geht einher mit sinnlosen Auflagen und Bürokratie! Damit haben die Bauern keine Möglichkeiten, Geld zu verdienen!
4) Nein zu Handelsverträgen wie die mit der UKRAINE oder mit den MERCOSUR Staaten.
Diese sind für Konzern Interessen gestrickt und gegen eine bäuerliche Landwirtschaft. Damit wurde die komplette Marktliberalisierung gegen den Bauernstand eingeleitet. Wettbewerb funktioniert nur, wenn alle die gleichen Spielregeln haben.
Das, was man den Bauern mit diesen Handelsverträgen zumutet, ist eine bewusste Demontage der
Bauern. Denn, während wir – um einen Vergleich mit dem Sport heranzuziehen, 100 Meter laufen
dürfen, läuft die Konkurrenz aus der UKRAINE oder durch MERCOSUR nur 60 Meter.
Abgesehen davon dürfen diese mit Produktionsmitteln arbeiten, die bei uns verboten sind. Im Regal steht dann aber alles nebeneinander – ohne Kennzeichnung! Das ist eine Frotzelei gegenüber den Bauern und den Konsumenten!
5) Bezugnehmend auf den Vorwurf, die Landwirtschaft würde wenig zum BIP beitragen:
Ohne Bauern kann der Tourismus und die Freizeitwirtschaft zusperren. Weil die Bauern das Land bis heute praktisch gratis so lieblich gestalten, welches Gäste aus dem Ausland wie heimische mit Genuss die wunderbare Landschaft konsumieren.
2/3 der bäuerlichen Arbeit, die nicht bezahlt wird, dient der Tourismus- und Freizeitwirtschaft.
Daraus abgeleitet ist zumindest 1/3 des von dieser Gruppe erwirtschafteten Brutto-Sozialproduktes in der Höhe von 65 Mrd. den Bauern zuzurechnen.
Das sind dann rund 22 Mrd., die auf das Konto der Bauern gehen. Damit ist der konkrete Stellenwert der Bauern im Staat und in der Gesellschaft näher dem tatsächlichen Wert abgebildet
6) Woher kann – soll man Dürre Hilfsgelder nehmen?
Würde man sogenannte Agrargelder tatsächlich den Bauern geben und nicht für alle möglichen
anderen Verwendungen heranziehen, dann hätte die Landwirtschaft kein Finanzierungsproblem. Der Großteil der sogenannten Agrargelder landet nicht bei den Bauern, sondern irgendwo anders.
Besonders auffallend sind neben den diversen „Agrarvereinen und Agrarverwaltungsstrukturen“ die sogenannten Leader Gelder. Für Leader Projekte werden in einer GAP-Periode rund 5 Mrd. Euro aufgewendet.
Der UBV fordert dieses Geld für die Land- und Forstwirtschaft – also für die Bauern.
Mit diesen Geldern kann man z.B. unkompliziert Dürrehilfe leisten.
Für den UBV Österreich:
Karl KEPLINGER, Bundesobmann, LO OÖ
Heimo URBAS, LO Kärnten
Herbert HOCHWALLNER, LO NÖ
Rudi GUTJAHR, LO Steiermark
Alfred ENTHOFER, LO Tirol
oosef TIEFENBACHER, LO Salzburg


