NIEDERÖSTERREICH IM FOKUS
Ohne Wasser kein Leben – Wasser schützen, Infrastruktur ausbauen
Wasser ist das wichtigste Lebensmittel von allen. Ohne Wasser kann kein Leben entstehen, keine Pflanze wachsen, kein Tier und auch kein Mensch überleben. In diesem heißen und trockenen Sommer spüren wir das ganz besonders. Seit Monaten schon warten wir auf ergiebige Regenfälle. Nicht auf plötzliche Unwetter, die von den trockenen Böden gar nicht aufgenommen werden können. Sondern auf richtige Landregen, die aber leider immer seltener werden. Und so fehlen in allen Teilen Österreichs die Niederschläge, in manchen Regionen sogar fünfzig Prozent und mehr! Besonders dramatisch sind die Auswirkungen auf die Landwirtschaft.
Zuerst die gute Nachricht: In Niederösterreich verfügen wir über ein sogenanntes Wasserdargebot von 880 Millionen Kubikmeter pro Jahr, der Bedarf liegt bei 326 Millionen Kubikmetern. Fast 20 Prozent des Wassers werden übrigens nach Wien exportiert. Das heißt: Wir werden auch in Zukunft genug Trinkwasser haben und den gesamten Bedarf aus Grundwasser decken können.
Doch nicht immer und nicht überall ist dieses Grundwasser gleich verteilt und gleich verfügbar. Deshalb braucht es Investitionen in den Ausbau und die Verbesserung der Wasserversorgung. Durch neue Brunnenfelder, durch Naturfilteranlagen und durch überregionale Transportleitungen, mit denen zum Beispiel das Waldviertel aus dem Kremser Raum abgesichert wird. Alleine in den letzten fünf Jahren sind in Niederösterreich für solche Projekte zur besseren Wasserversorgung rund 500 Millionen Euro investiert worden, weitere 100 Millionen sind vor kurzem erst wieder freigegeben worden. Dazu kommen noch Gewässeraufweitungen, Rückhaltebecken und die Wiederanbindung von Nebenarmen an Flüsse und Bäche. Damit soll das Wasser in der Fläche bleiben und der Regentropfen dort gehalten werden, wo er fällt. Das hilft auch der Landwirtschaft, denn die ist unter massivem Druck. Es ist für manche natürlich bitter, wenn der Rasen im Garten verdorrt. Aber wesentlich dramatischer, und zwar für die gesamte Gesellschaft, sind verdorrte Felder und schlechte Ernten. Denn das hat unmittelbar Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. Daher braucht es gerade auch für die Landwirtschaft Investitionen in Bewässerungssysteme und die Absicherung sowie die Ausweitung der Entnahmemöglichkeiten: Bewässerungsgenossenschaften, Brunnensysteme bis zur Tröpfchenbewässerung und die Anlage von Speicherteichen, um Regenwasser für die Bewässerung zu halten. Und es geht auch um neue Großprojekte, die notwendig werden. Daher haben sich Niederösterreich und das Burgenland gemeinsam mit dem Bund auch darauf verständigt, Donauwasser östlich von Wien entnehmen zu wollen und mit einer überregionalen Versorgungsleitung in den Brucker Raum bis ins Burgenland zu bringen. Damit sollen die Grundwasserkörper entlastet und Ernteausfälle in einer der wichtigsten Ackerbauregionen Österreichs reduziert werden. Die Vorarbeiten für dieses Jahrhundertprojekt laufen.
NÖ. Agrarlandesrat Stephan Pernkopf

