Klare Worte beim Bauerngipfel in Garsten
Anfag Mai versammelten sich rund 450 Teilnehmer beim Bauerngipfel in Garsten – einer Folgeveranstaltung zur großen Bauerndemonstration vom 1. April in Wien. Josef Handl vertrat dabei die niederösterreichischen Bauern auf dem Podium, das insgesamt sieben Vertreter aus der Bauernschaft bestieg.
Im Mittelpunkt standen die drängenden Probleme der heimischen Landwirtschaft: Preisverfall bei Milch, Weizen, Kartoffeln, Rüben und Schweinefleisch – und nun zunehmend auch beim Rindfleisch. Dazu kamen die anhaltende Trockenheit, die Auswirkungen des Ukraineabkommens, ausufernde Bürokratie sowie die fehlende Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln. Auch die Landwirtschaftskammer stand in der Kritik: Die Pflichtmitgliedschaft wurde als klarer Nachteil für die Bauern bewertet.
Josef Handl legte mit einem eindrucksvollen Preisvergleich die fehlende Kaufkraft der Landwirtschaft offen: 1980 kostete ein Liter Milch 51 Cent – genau wie heute. Während der Milchpreis in 46 Jahren stagnierte, stiegen die Betriebskosten massiv: Diesel verteuerte sich um 520 Prozent auf 1,80 Euro, Zigaretten um 382 Prozent auf 7,00 Euro und Bier um 516 Prozent auf 4,50 Euro. Handls Schlussfolgerung war unmissverständlich: Lebensmittel dürfen scheinbar nichts kosten, während alle anderen Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich teurer werden. Ergänzend dazu sprach er die nicht abgegoltene Leistung der Bauern für die Erhaltung der Kulturlandschaft an.
Als UBV-Kammerrat präsentierte Handl abschließend Forderungen, die den Staat keinen Cent kosten würden und von der Politik sofort umsetzbar wären – einer politischen Seite, die beim Gipfel mit Abwesenheit glänzte. Konkret forderte er erstens die Aufhebung der Schnittzeitauflagen für Biodiversitätsflächen auf Äckern und Wiesen sowie zweitens die Abschaffung der ammoniakemissionsmindernden Baumaßnahmen und der Vier-Stunden-Einarbeitungspflicht. Da die NEC-Vorgaben seit 2024 erfüllt seien, brauche es statt bürokratischer Auflagen lediglich gezielte Schulung und Aufklärung der Bauern – insbesondere zur korrekten Berechnung der Gülleverflüssigung unter Einbeziehung von Brauchwasser, Ausläufen, Silowasser und Regenwasser auf den Betrieben. Dies wäre, so Handl, echter und sofortiger Bürokratieabbau.

