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Moderne Technologie soll Betrieben das Leben leichter machen

Die Landwirtschaft war immer schon ganz vorne, wenn es um den Einsatz von modernen Werkzeugen und innovativen Methoden geht. Nicht als Spielerei, sondern um die Arbeit leichter und die Betriebsmittel effizienter zu machen. Das wird auch in Zukunft wichtig, wahrscheinlich noch wichtiger als bisher. Denn einerseits wächst die Weltbevölkerung stetig, andererseits steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Tierwohl. Genau in diesem Spannungsfeld liegt aber auch eine große Chance: Innovation und Technologie können helfen, diese Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig die Versorgungssicherheit langfristig zu stärken.

Niederösterreich ist das Agrarland Nummer eins, und wir wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt. Dafür braucht es nicht nur engagierte Bäuerinnen und Bauern, sondern auch die besten Rahmenbedingungen. Moderne Technologien, insbesondere die Künstliche Intelligenz, eröffnen dabei aktuell völlig neue Möglichkeiten: präzisere Bewirtschaftung, effizienterer Ressourceneinsatz und bessere Entscheidungsgrundlagen für die Betriebe. Das Ziel ist klar: die Arbeit am Hof soll erleichtert werden, bei gleichzeitig höherer Qualität und Nachhaltigkeit in der Produktion. Ich nenne das oft „nachhaltige Intensivierung“, also mehr und effizienteren Ertrag bei gleichzeitig intensiverer Nachhaltigkeit. Denn wer auf der ganzen Welt sollte das besser können als wir in Österreich?

Mit einer neuen Stiftungsprofessur für „Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft“, die das Land Niederösterreich gemeinsam mit der Fachhochschule Wiener Neustadt und dem Francisco Josephinum jetzt schafft, gehen wir stark in Richtung zukunftsweisende Forschung und praxisnahe Ausbildung. Es geht uns nicht um abstrakte Theorie, sondern um konkrete Lösungen, die direkt bei den Betrieben ankommen. Denn Innovation muss dort wirken, wo sie gebraucht wird: auf den Feldern, in den Ställen und in den Entscheidungen der Bäuerinnen und Bauern.

Besonders wichtig ist uns der Fokus auf die Qualität und Nutzung von Daten. Denn Daten sind die Grundlage jeder funktionierenden KI-Anwendung. Nur wenn sie richtig erhoben, aufbereitet und interpretiert werden, können daraus verlässliche und praxistaugliche Werkzeuge entstehen. Ob in der Wachstumsmodellierung, im nachhaltigen Pflanzenschutz oder bei Entscheidungsunterstützungssystemen – es sollen Lösungen erforscht werden, die nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch Umwelt und Ressourcen schonen. Gleichzeitig investieren wir damit auch in die Ausbildung der nächsten Generation. Junge Menschen, die heute in der Landwirtschaft tätig sind oder es werden wollen, brauchen genau diese Kombination aus Fachwissen und technologischer Kompetenz. Die Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis ist daher ein zentraler Baustein, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft langfristig zu sichern.

NÖ. Agrarlandesrat Stephan Pernkopf