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Deutz Fahr mit Überholmanöver

Im Jahr 1985 hat die Deutz-Fahr Austria Landmaschinen Gesellschaft m.b.H. begonnen, Produkte des deutschen Herstellers nach Österreich zu importieren. Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums waren Händler und Partner zu einer großen Feier am Red Bull-Ring in der Steiermark geladen.

11.000 Traktoren und 1.800 Pressen. So viele Landmaschinen kann Deutz Fahr Austria im letzten Vierteljahrhundert belegen – davor wurden die Verkäufe nicht digitalisiert und können daher nicht mehr so einfach nachvollzogen werden. In jedem Fall gehören die grünen Produkte dank des Unternehmens mit Sitz in Wien zum „agrarischen Landschaftsbild“ Österreichs. Im Laufe der Jahre haben sich dabei sowohl beim Hersteller (heute Teil der Same Deutz Fahr-Gruppe) als auch beim Importeur (Teil der Austro Holding AG) die Besitzverhältnisse geändert.

Trotz eines sehr schwierigen Marktumfeldes hat sich SDF vorgenommen von der „größten unter den kleinen Marken“ zum „Kleinsten unter den Großen“ zu werden, wie Vorstandmitglied Alessandro Maritano bei der Jubiläumsfeier am Red Bull-Ring in der Steiermark hervorhob.  80 Prozent der Traktorverträge im Gesamtkonzern werden mittlerweile für Deutz Fahr-Fahrzeuge unterschrieben. Der Italiener berichtete von einem ersten zaghaften Wachstum der Märkte in Südeuropa und der erhofften Stabilisierung am gesamten Kontinent. In Österreich könne er zwar noch keine Zeichen einer Erholung erkennen. „Wir gewinnen aber überall Marktanteile“, so Maritano.

DF Austria-Geschäftsführer Andreas Eder gab in Spielberg dementsprechend ambitionierte Ziele aus, nachdem  Deutz-Fahr in der Club Landtechnik-Statistik 2024 bei den Standardtraktoren nur auf Platz Zehn aller Marken gelegen war. „Das Jahr 2025 stand, ganz dem Rennsport hier am Ring entsprechend, unter dem Motto einer Aufholjagd. Wir konnten von 3,5 auf 5,8 Prozent Marktanteil zulegen und wollen heuer noch sechs Prozent erreichen.“ Langfristig formulierte Eder das Ziel von sieben Prozent. Erreichen will man das mit einer Stärkung des Segments ab 125 PS. „Der Gesamtmarkt hat sich in den letzten 15 Jahren halbiert, jener über 150 PS hat sich aber verdreifacht“, stellt Eder eine Verschiebung in den Segmenten fest.

„Die Landwirtschaft steht unter Druck, die Familien werden kleiner, die Arbeitskräfte weniger“, sagte Vertriebsleiter Andreas Emprechtinger. „Die Bauern werden zu Unternehmern, die Technik muss sich anpassen.“ Die früheren Stückzahlbringer bis 100 PS seien Geschichte, auch weil sich die Zahl der meist kleinen Nebenerwerbsbetriebe in den letzten zehn Jahren halbiert habe. DF Austria will dem mit einer professionellen Struktur begegnen. „Unser Ziel sind 20 Premium-Partner, die das Gebiet flächendeckend betreuen.“ Zugleich wolle man aber auch keine bestehenden Händler verlieren. „Unser Auftrag muss es sein, die Landwirte in ihrer Produktivität zu unterstützen und die Kunden dort abzuholen, wo sie Herausforderungen haben.“

deutz-fahr.at