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31. Juli – Tag der Lebensmittelvielfalt

Ob wir Österreichinnen und Österreicher uns auch in Zukunft auf eine Fülle von sicheren und schmackhaften Lebensmitteln verlassen können, hängt wesentlich damit zusammen, ob uns vielfältiges Saatgut für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung steht. Der „Tag der Lebensmittelvielfalt“ am 31. Juli 2023 wird heuer zum vierten Mal begangen. Erst vor zwei Wochen, am 5. Juli 2023, hat die EU-Kommission die neue EU-Saatgut-Verordnung vorgelegt. „Mit diesen Vorschlägen laufen wir Gefahr, dass globale Konzerne die vollständige Kontrolle über unsere Ernährung erlangen. Die Agrarminister:innen und das EU-Parlament müssen jetzt umlenken“, sagt Magdalena Prieler, politische Referentin für ARCHE NOAH in Brüssel. 

Der Lebensmittelhandel will mit dem „Tag der Lebensmittelvielfalt“ mehr Bewusstsein für unsere Lebensmittel und das vielfältige Angebot schaffen. Der vorliegende Saatgutrechts-Vorschlag belastet laut den Expert:innen von Arche Noah die Weitergabe von vielfältigem Saatgut mit überbordenden Regeln – zum Nachteil der Landwirtschaft und der Kulturpflanzenvielfalt. Jegliche Weitergabe von Saatgut außerhalb des privaten Bereichs wird als Vermarktung eingestuft und strengen bürokratischen Vorschriften unterworfen. Die bisher frei mögliche Weitergabe von Saatgut für den Erhalt der Vielfalt soll eng beschränkt werden. „Der Entwurf verweigert sogar Bäuerinnen und Bauern ihr Recht auf Saatgut! Unsere Bauern wollen selbst aussuchen, welches Saatgut sie kaufen und anbauen, nicht zuletzt um ihre Felder an die Klimakrise anzupassen“, so Prieler. 

Arche Noah fordert, die Verbreitung und die nachhaltige Nutzung der Kulturpflanzen-Vielfalt explizit zu erlauben und sämtliche Regeln, die diese Arbeit behindern, ersatzlos zu streichen. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig muss das bäuerliche Recht auf Saatgut einfordern und die Kulturpflanzenvielfalt vor Überregulierung und Patenten schützen. „Wir brauchen dringend mehr Vielfalt auf unseren Feldern und Tellern, um der Klima- und Biodiversitätskrise entgegenzuwirken und um geschmackvolles, gesundes Essen zu produzieren. Der Entwurf zu einem neuen Saatgutrecht leistet das leider nicht“, stellt Magdalena Prieler von Arche Noah fest.