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ÖHV: Förderpreis für FH Wieselburg

Erstmals hat die Österreichische Hagelversicherung einen Förderpreis in der Höhe von insgesamt 2.000 Euro an der Fachhochschule Wieselburg vergeben. Ausgezeichnet wurden zwei Studierende des Bachelorstudiengangs Agrartechnologie & Digital Farming für ihre herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten mit starkem Praxisbezug.

 Digitalisierung und moderne Technologien sind längst zu unverzichtbaren Bestandteilen der Landwirtschaft geworden. Sie steigern die Effizienz, optimieren den Ressourceneinsatz und ermöglichen eine zunehmende Automatisierung. Gleichzeitig leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels. „Die prämierten Arbeiten sind beeindruckende Beispiele dafür, wie Innovation und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können“, betonte Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, im Rahmen der feierlichen Preisverleihung an der FH Wieselburg.

„Diese Ansätze sind essenziell, um den Agrarsektor zukunftsfähig aufzustellen und die Versorgung mit Lebensmitteln langfristig zu sichern. Als agrarischer Spezialversicherer in der Pflanzen- und Tierproduktion in Österreich und sechs Ländern in Osteuropa setzen wir selbst seit vielen Jahren auf digitale Lösungen – etwa durch den Einsatz von Satellitendaten u.a. in der Schadenserhebung. Mit dem Förderpreis wollen wir junge Talente ermutigen, ihre innovativen Ideen weiterzuverfolgen und auch für die (Versicherungs-)Wirtschaft nutzbar zu machen.“

Niederösterreich als Bildungs- und Agrarstandort stärken

„Niederösterreich ist nicht nur das Agrarland Nummer eins, sondern auch ein bedeutender Wissenschafts- und Bildungsstandort. Die Etablierung des FH-Studiengangs Agrartechnologie & Digital Farming in Wieselburg war mir bereits ein großes Anliegen, bevor ich auch für die Wissenschaft in Niederösterreich zuständig sein durfte. Daher freut es mich umso mehr, dass wir hier Landwirtschaft und Wissenschaft verbinden, an neuen Lösungen forschen und auch in die bäuerliche Praxis umsetzen können“, unterstrich Agrarlandesrat Dr. Stephan Pernkopf. „Förderpreise wie jener der Österreichischen Hagelversicherung tragen dazu bei, dass Niederösterreich auch künftig gleichzeitig zukunftsstarkes Agrarland und innovativer Wissenschaftsstandort bleibt.“

 FHWN Campus Francisco Josephinum: Schnittstelle von Praxis, Technologie und Landwirtschaft

„Die FH ist stolz darauf, mit dem praxisorientierten Studiengang Agrartechnologie & Digital Farming eine Brücke zwischen landwirtschaftlicher Tradition und moderner Technologie zu schlagen“, so Dr. Markus Gansberger von der FH Wiener Neustadt. „Wir vereinen Agrarwissenschaften mit zukunftsweisenden Disziplinen wie Informatik, Künstlicher Intelligenz, Mechatronik und Robotik – und bieten damit ausgezeichnete Karrierechancen und tolle betriebliche Entwicklungsmöglichkeiten. Auszeichnungen wie der Förderpreis der Österreichischen Hagelversicherung bestätigen den hohen Stellenwert dieser Kompetenzen in der Praxis.“

Die Preisträger und ihre Projekte

Fabian Butzenlechner, BSc, untersuchte in seiner Arbeit die Auswirkungen von Standortunterschieden innerhalb von Feldern auf Biomasseentwicklung und Ertrag. Durch die Nutzung langjähriger Fernerkundungsdaten aus dem Sentinel-2-Satellitenprogramm konnten teilflächenspezifische Aussaatkarten für Körnermais erstellt werden. Die Versuche – durchgeführt in verschiedenen Klimaregionen Österreichs von 2020 bis 2022 – zeigten durchwegs Ertragssteigerungen durch die variable Aussaat. Besonders stark korrelierte der Ertrag mit den Niederschlagsmengen während der kritischen Blütezeit im Sommer.

„Als versicherter Junglandwirt erlebe ich die Auswirkungen des Klimawandels auf die Erträge hautnah“, so Butzenlechner. „Ziel meiner Arbeit war es, praxistaugliche, klimawandelangepasste Bewirtschaftungsmethoden zu entwickeln. Ergänzt durch eine betriebliche Risikovorsorge, wie sie die Hagelversicherung bietet, können Landwirtinnen und Landwirte den Herausforderungen besser begegnen.“

 Jakob Silber, BSc, untersuchte das Potenzial photoelektronischer Körnerzählsysteme für pneumatische Sämaschinen. Dabei analysierte er die Genauigkeit verschiedener Sensortechnologien bei der Erfassung einzelner Saatkörner im Luftstrom. Seine Forschung zeigte, dass eine präzisere Körnerzählung die Dosierung optimieren, Fehlstellen reduzieren und die Saatgutnutzung effizienter gestalten kann. Insbesondere konnte er nachweisen, dass die Wahl des Sensortyps sowie dessen Positionierung im Luftstrom einen erheblichen Einfluss auf die Messgenauigkeit haben. Diese Technologie trägt maßgeblich zur Effizienzsteigerung, Ressourcenschonung und Automatisierung in der Landwirtschaft bei.

„Angesichts wachsender Herausforderungen wie steigende Betriebskosten, zunehmende Wetterextreme und hohe Anforderungen an eine zukunftsfähige Nahrungsmittelproduktion ist die Verbindung von Digitalisierung und Innovation in der Landwirtschaft essenziell“, betont Silber. „Ich freue mich, mit meiner Arbeit zur Weiterentwicklung dieser Technologien beizutragen – und darüber, dass die Österreichische Hagelversicherung deren Bedeutung mit einem Förderpreis anerkennt.“

 

Foto  v.li.: Dr. Peter Riegler-Nurscher, Computer Vision & Machine Learning FHWN; LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf; Lisa Neuhasuer, BA, Lektorin für Agrarkommunikation FHWN; Jakob Silber, BSc, Preisträger; Fabian Butzenlechner, BSc, Preisträger; Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender Österreichische Hagelversicherung; Dr. Markus Gansberger, Studiengangsleiter Bachelorprogramm Agrartechnologie & Digital Farming FHWN; DI Martin Kerschbaumer, Direktor Francisco Josephinum; Mag. (FH) Axel Schneeberger, Geschäftsführung FHWN