Genau betrachetet
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… genau betrachtet

Erklärungsbedarf

In den vergangenen Tagen zogen wieder Tausende Kinder und Jugendliche teils mit Betreuern von Haus zu Haus, um – ehrenamtlich – unterwegs als Heilige Drei Könige und Sternsinger für Entwicklungshilfeprojekte in aller Welt zu sammeln. Die Dreikönigsaktion unterstützt mit ihrer Sammlung traditionell auch unterdrückte Kleinbauern und Landarbeiter in Afrika, Asien oder Mittel- und Südamerika. Genau für deren Rechte hat die UNO Ende Dezember auch eine Erklärung in Kraft gesetzt, um sie besser im Kampf um Land und Wasser, für Saatgutvielfalt und gegen  Ausbeutung auf Plantagen zu schützen sowie für behutsamere Lebensbedingungen zu sorgen.
Im Bündnis mit dabei sind auch 16 österreichische Vereine, teils mit bäuerlichem Hintergrund wie Berg- und Kleinbauernvereinigung und Arche Noah, Fairtrade und Brot für die Welt, sowie die Katholische Frauenbewegung und die eingangs erwähnte Jungschar. Sie alle sind nichtstaatliche Zivilorganisationen, kurz NGOs.
121 Staaten votierten für die UN-Erklärung, acht dagegen, 54 enthielten sich, so auch Österreichs Bundesregierung. Wenige Wochen zuvor hatte sie auch den UN-Migrationspakt nicht unterzeichnet.
Auch beim großen EU-Afrika-Gipfel im Dezember in Wien waren Landwirtschaft und Entwicklungshilfe für Kleinbauern kein primäres Anliegen der Initiatoren. Dabei könnte Österreich, einer von weltweit drei UNO-Standorten, mit seinem Know-how in Sachen Nachhaltigkeit, Agrar und Umwelt punkten. Die Prioritäten unserer Bundespolitik liegen derzeit aber anderswo. Internationale Bauernrechte zählen nicht dazu. Wer aber erklärt’s der Jungschar?