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EU mit CETA-Auswirkungen zufrieden

Vergangenen Freitag ist der erste Jahrestag des vorläufigen Inkrafttretens des zwischen der EU und Kanada geschlossenen Umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommens (CETA). Erste Anzeichen sprechen dafür, dass sich das Abkommen bereits für die Exporteure in der EU auszuzahlen beginnt. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström wird am 26. und 27. September in Kanada sein, um eine Bilanz der bisherigen Fortschritte zu ziehen.

„Das Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada besteht seit nunmehr einem Jahr und ich freue mich über die bereits jetzt erzielten Fortschritte. Laut vorläufigen Daten ziehen die Exporte nach Kanada insgesamt an“, berichtete Malmström. „Wie immer bei solchen Abkommen gibt es bestimmte Bereiche, in denen wir uns vergewissern müssen, dass das Vereinbarte auch vollständig umgesetzt wird. Darüber möchte ich nächste Woche mit unseren kanadischen Partnern im Gemischten Ausschuss sprechen“, so die Kommissarin.

„Noch ist es verfrüht, belastbare Schlussfolgerungen zu ziehen, doch sprechen die ersten Ergebnisse dafür, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. EU-weit deuten die jüngsten verfügbaren Statistiken, die den Zeitraum Oktober 2017 bis Juni 2018 abdecken, auf einen Anstieg der Ausfuhren um rund 7% im Vorjahresvergleich hin. Dabei schneiden bestimmte Sektoren besonders gut ab. So ist bei Maschinen und mechanischen Geräten, auf die ein Fünftel der EU-Ausfuhren nach Kanada entfällt, ein Anstieg von mehr als 8% zu verzeichnen, bei Arzneimitteln ein Anstieg von 10%. Auch in anderen wichtigen Branchen sind die EU-Exporte nach Kanada im Aufwind: Bei Möbeln beträgt die Steigerung 10%, bei Parfum und Kosmetik 11% und bei Bekleidung 11%“, so die Kommissarin.

Bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Lebensmitteln zeige sich ebenfalls eine erfreuliche Tendenz: Bei Obst und Nüssen hätten sich die Ausfuhren um 29% erhöht, bei Schokolade um 34%, bei Schaumweinen um 11% und bei Whiskey um 5%.

Das Freihandelsabkommen CETA lasse auch in Österreich „erste positive Effekte“ erkennen, teilte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck mit. Laut vorläufigen Zahlen sind die österreichischen Exporte nach Kanada zwischen Oktober 2017 und Juni 2018 um 15,4% gestiegen. Das Volumen der Ausfuhren hat sich in diesem Vergleichszeitraum um 10,2% erhöht. „Österreich hat damit von CETA bisher mehr profitiert als Kanada“, so die Wirtschaftsministerin.