Foto: Wakolbinger

Die Hiegelsberger Dekade

„Jedes politische Amt, das ich bekleidet habe, war für mich lehrreich, weil es mir die Sichtweise der betroffenen Menschen näher gebracht hat. Schlussendlich schätze ich an der politischen Arbeit nichts mehr als den direkten Kontakt mit den Menschen, für die ich täglich im Einsatz bin“, so Landesrat Max Hiegelsberger.

Die Bestellung zum Landesrat kam für Max Hiegelsberger überraschend: „Damals hat mich Landeshauptmann Josef Pühringer angerufen, er hätte was mit mir zu besprechen. Am nächsten Tag haben wir uns getroffen und dann ist es schnell gegangen. Ich habe die Herausforderung, von der Gemeindeebene in die Landespolitik zu gerne angenommen, war mir aber auch bewusst, welche Verantwortung damit verbunden ist. Schlussendlich geht es in der Politik darum, ob man gestalten will. Dann muss man die sich bietenden Gelegenheiten auch nutzen.“

Die Entwicklung der oberösterreichischen Landwirtschaft im letzten Jahrzehnt ist schwerlich in einem Satz zusammenzufassen. Oberösterreich hat sich im letzten Jahrzehnt vor allem als starkes Produktionsland etabliert. Mittlerweile produzieren wir 40 Prozent des Schweinefleisches und rund ein Drittel der Milch.

In keinem anderen Bundesland erwirtschaften die landwirtschaftlichen Betriebe einen höheren Anteil ihres Einkommens aus der Produktion. Klar ist aber, dass auch in Zukunft öffentliche Gelder zur Unterstützung der stark in der Produktion stehenden Betriebe notwendig sind, denn die landwirtschaftlichen Märkte stehen nach wie vor stark unter Druck.“ Die Landwirtschaft in Oberösterreich hat in den letzten zehn Jahren beträchtlich an Vielfalt gewonnen. Der Weinbau ist auf geringer Fläche aber mit umso mehr Qualität zurückgekehrt, neue Gemüsesorten werden kultiviert und neue Vertriebswege stärken die Kommunikation zwischen Konsumentinnen und Konsumenten und Landwirtschaft.

Der Schlüssel zur Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte ist die Bildung. „Zwei zentrale Anliegen meiner Regierungstätigkeit waren die Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Schulen zu Agrarbildungszentren und die Etablierung der Agrar-Fachhochschule in Wels. Die Herausforderungen für unsere zukünftigen Betriebsführer werden nicht kleiner, gleichzeitig bieten sich auch neue Chancen, vor allem durch die Hinwendung zur Regionalität“, so Landesrat Max Hiegelsberger.

Die in der Zeit des Corona-Lockdowns spürbare Anerkennung für die Versorgungsleistung der österreichischen Landwirtschaft soll zur neuen Normalität werden. Regionale Lebensmittel müssen Vorrang haben in Kantinen. Die oberösterreichische Landesregierung nimmt mit ihrem Projekt RegioLem (Regionale Lebensmittel) bereits eine Vorreiterrolle ein. So wird der Anteil von Lebensmittel aus der Region und aus biologischer Produktion in den Landesküchen stetig erhöht. In den letzten Wochen wurden auch die Küchen der Unternehmen der Landesholding einbezogen. Eine angepasste Einkaufspolitik und Speisengestaltung plus Nachbesserungen beim Budget führen dazu, dass direktvermarktende Landwirtschaftsbetriebe und einheimische Verarbeiter bei Ausschreibungen besser berücksichtigt werden.

Es braucht eine Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in verarbeiteten Lebensmitteln. Frischfleisch ist mittlerweile in vielen Handelsketten ausnahmslos aus Österreich, ebenso sind Gemüse und Obst klar gekennzeichnet. Diesen Standard brauchen wir auch in verarbeiteten Produkten, um wirkliche Entscheidungsfreiheit zu bieten. In weiteren Schritten ist die Herkunftskennzeichnung auch in der Gemeinschaftsverpflegung und in der Gastronomie anzustreben. Für den Erhalt der kleinstrukturierten bäuerlichen Familienbetriebe ist dies eine Grundvoraussetzung.

In den Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union gilt es klar auch die Interessen der stark in der Produktion stehenden Betriebe zu respektieren. Wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft ist es, die Bevölkerung zu ernähren. Ein ausreichender Selbstversorgungsgrad ist ein politisches Ziel ersten Ranges und sollte sich auch in der Verfassung wiederfinden. Die starken oberösterreichischen Betriebe erwirtschaften einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Einkommens aus der Produktion. Öffentliche Zahlungen sind für die Entwicklung der Betriebe und die Beibehaltung der Produktionsleistung trotzdem unabdingbar.

 


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