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Deutschland: Schweinepest-Angst geht um

Die Verhinderung des Übergreifens der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf deutsche Wild- und Hausschweinebestände sowie die Vorbereitung eines effektiven Krisenmanagements für den Ernstfall bleiben zentrale Herausforderungen für die BRD-Landwirtschaft und die mit ihr verbundenen Bereiche. Wirtschaft, Politik und Verwaltungen arbeiten aktuell mit Nachdruck an Präventionsmaßnahmen sowie Methoden zur Bekämpfung der Seuche, die in den Nachbarländern Polen und Belgien grassiert. Der heute im Rahmen der Agrarunternehmertage in Münster durchgeführte Workshop, den führende nationale und internationale Verbände der Wertschöpfungskette Fleisch mit Unterstützung der EU-Kommission durchgeführt haben, diente der weiteren Optimierung dieser Anstrengungen.

Johannes Röring, innerhalb des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zuständig für den Bereich der Schweinehaltung, mahnte alle Teilnehmer des Workshops zu größter Um- und Vorsicht: „Das Risiko einer Einschleppung des ASP-Virus bleibt hoch und die Konsequenzen wären verheerend – für die betroffenen Tiere ebenso wie für die über 24.000 Schweine haltenden Betriebe in Deutschland“, betonte er. Die Schweinehalter seien in Sachen Biosicherheit gut aufgestellt, aber die wirtschaftlichen Konsequenzen würden bereits bei einem Ausbruch im Wildschweinebestand auftreten. „Die Eindämmung und Bekämpfung der ASP kann nur erfolgreich sein, wenn innerhalb und zwischen den Mitgliedstaaten der EU alle beteiligten Interessengruppen und Behörden koordiniert und zielgerichtet vorgehen“, so Röring.

Der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, Franz-Josef Holzenkamp, betonte, wie wichtig es sei, praxistaugliche Handlungsempfehlungen für den Seuchenfall zu kennen und die eigenen Arbeitsabläufe daraufhin zu prüfen und anzupassen: „Die Fleischwirtschaft in Deutschland und der Handel auf dem EU-Binnenmarkt werden durch die Afrikanische Schweinepest bedroht. Deshalb muss sich die gesamte Wertschöpfungskette auf einen Ausbruch der Krankheit vorbereiten“, so der Präsident. Der heutige Workshop habe eindringlich gezeigt, wie wichtig eine Abstimmung auf europäischer Ebene sei. Die Veranstaltung war Teil einer Reihe von Workshops in mehreren EU-Mitgliedstaaten, mit denen die EU-Kommission den Aufbau sowie die Optimierung nationaler und regionaler Strukturen zur Eindämmung und Bekämpfung der ASP stärken will.