Foto: Biosphärenpark Wien

Baum des Jahres kann 600 Jahre alt werden

 

Am 21. März wird Internationale Tag des Waldes begangen. Der Biosphärenpark Wienerwald nimmt diesen Tag zum Anlass, um die Weißkiefer, Baum des Jahres 2022, und ihre Bedeutung im Biosphärenpark Wienerwald vorzustellen.

Die Weißkiefer (Pinus sylvestris) wurde als Baum des Jahres 2022 bekannt gegeben. Sie kann bis zu 600 Jahre alt werden und erreicht einen Stammdurchmesser von mehr als einem Meter. Von allen im Wienerwald vorkommenden Baumarten nimmt die Weißkiefer, auch unter dem Namen Rotföhre bekannt, einen Anteil von rund drei Prozent ein. Damit ist sie hier etwas seltener als im Rest Österreichs, wo sie rund fünf Prozent erreicht.

„Im Zuge des Klimawandels wird die Weißkiefer vermutlich an Bedeutung gewinnen. Sie kommt gut mit Hitze und Trockenheit, auch auf seicht gründigen Standorten, zurecht. In der Mischung mit anderen Baumarten bieten sich Eichenarten oder sogenannte Edellaubhölzer wie Linde oder Kirsche an. Mischwälder stellen an sich eine gute Möglichkeit dar, durch die Verteilung des Risikos auf mehrere Baumarten der unsicheren Zukunft des Klimawandels zu begegnen“, erklärt Biosphärenpark Wienerwald Direktor DI Andreas Weiß.

Ein erster Pilotversucht zur klimawandelangepassten Waldbewirtschaftung im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von BOKU, Institut für Waldbau, den Österreichischen Bundesforsten und dem Biosphärenpark Wienerwald Management bestätigt dies: Modelle zeigten, dass ein Buchenwald auf kargem Standort bereits ab dem Jahr 2025 die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommt. Durch die gezielte Waldbewirtschaftung wurden trockenheitstolerantere Baumarten wie die Weißkiefer gefördert. Dafür mussten auch die geeigneten Ansamungsbedingungen für den Rohbodenkeimer Kiefer geschaffen werden. Das heißt, dass an einigen Stellen der Boden aufgerissen wurde, damit die Samen der Kiefern direkt in den Rohboden gelangen können.

Das in Wirtschaftswäldern produzierte Kiefernholz ist sehr vielseitig einsetzbar und weist nur geringfügig andere Holzeigenschaften auf als Fichte oder Tanne auf. Kiefernholz ist in jedem Fall harzreicher und dauerhafter. Es kommt als Konstruktionsholz, als Tischlerholz im Innenausbau und Möbelbau zum Einsatz, imprägniert wird es häufig für Spielplatzgeräte oder Masten verwendet.

Von den Biosphärenpark Kernzonen besitzt der Troppberg das größte Weißkiefernvorkommen. Unsere Aufnahmen zeigten für diesen unbewirtschafteten Wald innerhalb der letzten zehn Jahre eine Zunahme des Weißkiefern-Anteils um rund acht Prozent.