MARKETING Einflussfaktoren auf die Lagerung Die Lagerung ist gerade bei Wein besonders wichtig, denn Wein ist ein Produkt, das auch in Privathaushalten gerne und lan- ge gelagert wird. Sie kann aber auch Auswirkungen auf den Wein haben. Hierbei spielen vor allem Temperatur, Bewegung, Flaschenausrichtung und Licht eine Rolle. Gerade die Tempe- raturen schwanken gerne, zum Beispiel in einer Lagerhalle. Doch nicht nur die Lagerbedin- gungen beeinflussen den Wein, auch das Flaschengewicht wirkt sich auf den Wein aus. Flaschengewicht Neben den Lagerungsbedin- gungen beeinflusst auch das Flaschengewicht, wie der Wein weiter reift. Von Studien ist bereits bekannt, dass Wein bei höheren Tempe- raturen schneller altert, das Aroma reift. Genauso wie bei Temperaturschwankungen: Je höher die Schwankungen, desto mehr verändert sich das Aroma in Richtung „reifer Ap- fel“. Außerdem fand die Stu- die heraus, dass genauso wie die Temperatur auch das Fla- schengewicht Einfluss auf die Reifung des Weins bei der La- gerung hat. Je leichter die Fla- sche ist, desto reifer wird das Aroma. Je stärker hierbei noch die Temperaturschwankungen sind, desto schneller verläuft der Reifeprozess des Weins. Die Wissenschaftler erklären sich dies wie folgt: Die Glasflasche ist ein Isolator, dessen Wirkung abnimmt, je leichter und somit dünner die Flasche ist. Leichtglasflasche und Mehrweg Leichtglasflaschen könnten eine nachhaltigere Alternative 28 gen zur Glasflasche. Einige gibt es bereits auf dem Markt wie Bag-in-Box, Blechdosen, Aluminiumdosen, Karton- verpackungen, PET-Flaschen oder auch Papierweinfla- schen. Ihre Vorteile sind ein geringeres Verpackungsge- wicht und somit niedrigere CO2-Emissionen, sie sind meist weniger zerbrechlich als Glas und besser palettierbar. Al- lerdings sind sie häufig nicht stabil genug und auch die Weinqualität könnte darunter leiden. Zusätzlich eignen sie sich schlechter für ein Mehr- wegsystem. Eine mögliche Lösung Aktuell gibt es noch nicht die perfekte Lösung. Aber Wis- senschaftler sind weiter da- bei, andere Verpackungen zu testen und mögliche Mehr- wegsysteme zu entwickeln. Insgesamt müsste dann auch das Weinmarketing anders gedacht werden. Im Moment geht dabei sehr viel über die schwere Einwegglasflasche. Allerdings sollte eine Umstel- lung nicht schwer an die Ver- braucher zu kommunizieren sein, da hier das Argument des Klimaschutzes Anklang findet. Die Leichtglasflasche wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung, ein Mehrwegsys- tem dann ein weiterer, um den CO2-Fußabdruck von Wein zu verringern. Damit dies auch ir- gendwann umgesetzt werden kann, soll nun ein überregiona- les Forschungs- und Entwick- lungsprojekt gestartet wer- den, bei dem unter anderem Märkte für CO2-arme Weinver- packungen getestet, Aufklä- rungskampagnen aufgebaut, Rücknahmesysteme organi- siert, mögliche standardisierte Flaschen kreiert und sowohl die Qualität der Verpackung als auch des Weins ständig über- prüft werden. wein-&obstbauprofi 1/2026 sein, da sie weniger CO2 verur- sachen würden. Leichtglas, das bedeutet, dass eine 0,75-Liter- Flasche weniger als 420 g wiegt. So würde man bei der Herstellung und dem Transport rund 33 Prozent CO2 einsparen. Allerdings brechen die leichte- ren Flaschen auch schneller und ein Mehrwegsystem ist deut- lich schwieriger umzusetzen. Aber was würde ein Mehr- wegsystem bei Weinflaschen überhaupt an Vorteilen mit sich bringen? Beim Glasrecycling wird der größte Teil des CO2 bei der Produktion von Neuglas (aus recyceltem Glas) verur- sacht. Dieser Schritt wird bei einem Mehrwegsystem einge- spart. Trotzdem entsteht auch bei Mehrweg durch das Spülen, den Transport der Flaschen und viele andere Arbeitsschritte CO2. Ganz verhindern lässt sich dies nicht. Allerdings ist es deut- lich weniger CO2 als beim Glas- recycling oder Einwegsystem. So lässt sich mit Einführung eines Mehrwegsystems rund 50 Prozent des CO2 einsparen, allerdings erst bei mindestens zehn Umläufen. Das heißt, dass eine Weinflasche mindestens zehnmal wieder befüllt werden muss, damit eine deutliche Men- ge CO2 eingespart werden kann. Um weniger CO2 durch die Glas- flasche zu verursachen, wäre ein Mehrwegsystem für Wein- flaschen jedenfalls eine Mög- lichkeit. Alternative Weinverpackungen Durchaus denkbar wären auch alternative Weinverpackun- k c o t S e b o d A © : o t o F