Wasserversorgung, während die angrenzende Alm Leongra- ben südseitig exponiert ist und die Bedingungen trockener sind. Die männlichen Kälber auf der Heimweide erreichten mit durchschnittlich 1.260 g die höchsten Zunahmen. Weibliche Kälber auf der Alm Innerkrems erzielten ähnliche Zunahmen wie weibliche Kälber auf der Heimweide (rund 1.060 g). Die Kuhkälber auf der Alm Leon- graben zeigten hingegen die niedrigsten Tageszunahmen, was mit trockenem Standort und geringerem Aufwuchs in Verbindung stand. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht jede Alm für Mutterkü- he mit Kälbern geeignet ist. Auf die Alm Leongraben sollen künftig Kalbinnen und trocken- stehende Kühe aufgetrieben werden, während Kühe mit Käl- bern auf der Alm Innerkrems und der Heimweide verbleiben sollen. Durch eine variable Koppelung und gelenkte Weideführung könnten die Weideflächen bes- ser genutzt und sowohl Über- weidung stark frequentierter Flächen als auch Verbuschung wenig genutzter Flächen ver- mieden werden. Einfluss des Geburtszeitpunkts Der optimale Abkalbezeitpunkt hängt stark von betrieblichen Begebenheiten ab. Im Winter geborene Kälber wie- sen mit durchschnittlich 1.000 g die geringsten Tageszunahmen und den niedrigsten Erlös pro kg Lebendgewicht (2,23 Euro netto) auf, erzielten aber auf- grund ihres höheren Alters beim Absetzen den höchsten Erlös pro Einsteller (755 Euro netto). Kälber, die zwischen Fe- bruar und Juli geboren wurden, erreichten deutlich höhere Ta- geszunahmen (durchschnittlich 1.125 g). Dies ist vor allem auf die hohe Weidefutterqualität und die daraus resultierende höhere Milchleistung der Mut- terkühe zurückzuführen. Für den vorgestellten Betrieb erscheint eine stärker geblock- te Abkalbung im zeitigen Früh- jahr daher als sinnvolle Option. Effekt Geburtsgewicht, kg Lebendgewicht bei Absetzen, kg Alter bei Absetzen, Monate Tageszunahmen bis Absetzen, g ♀ Alm Leongraben ♀ Alm Innerkrems ♂ Heimweide ♀ Heimweide Rasse/Kreuzung Fleckvieh×Charolais FleckviehFleisch Charolais Geburtszeitpunkt Nov bis Jan Feb bis Apr Mai bis Jul Verkaufsjahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 42,7b 42,6b 44,4a 44,2ab 43,6a 42,1b 44,6a 43,0 43,8 43,6 43,5ab 42,8b 43,3b 43,7ab 42,2b 45,5a 42,5b 44,2ab 218c 257b 297a 247b 271a 257b 236c 339a 252b 173c 272a 261ab 240bc 268a 266a 261ab 232c 239bc 7,0a 6,8ab 6,7b 6,6b 6,8 6,8 6,7 9,6a 6,4b 4,2c 6,7ab 7,0a 6,5c 7,0a 6,9ab 6,8ab 6,7ab 6,5c 941c 1.069b 1.260a 1.066b 1.150a 1.092b 1.011c 998b 1.104a 1.151a 1.159a 1.070bc 1.063bc 1.107ab 1.122ab 1.091abc 1.007c 1.054bc a, b, c = unterschiedliche Hochbuchstaben bedeuten statistisch signifikante Unterschiede Effekte auf die tierische Leistung von MutterkuhAbsetzern (Verkauf und Eigenremontierung) MANAGEMENT Effekt des Verkaufsjahrs Die Jahre 2017, 2021 und 2022 stachen dadurch hervor, dass über 50 Prozent der Kälber beim Absetzen Lebendgewich- te unter 300 kg aufwiesen. Hauptursachen dafür waren Hitze und Trockenperioden während der Vegetationszeit. Trotz der geringeren Absetz- gewichte lagen die Einstel- lerErlöse auf gutem Niveau, da aufgrund der Marktsituation höhere Preise pro Kilogramm Lebendgewicht erzielt wurden. Fazit Durch eine gezielte Anpassung von Kreuzungsstrategie, Abkal- bezeitpunkt und Sommerweide- management lassen sich sowohl tierische Leistungen als auch Erlöse nachhaltig verbessern. Dr. Margit Velik, HBLFA Raumberg- Gumpenstein, Institut für Nutztier- forschung; Dr. Johann Burgstaller, Landwirtschaftskammer Kärnten, Referat Tierische Produktion und Bauwesen PODCAST-TIPP Podcast-Plattformen oder YouTube unter „Agrar Science – Wissen kompakt“ bzw. Homepage raumberggumpenstein.at rinderprofi 1/2026 9