MEINE PERSPEKTIVEN

Meine Sicht
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Familienbetriebe stehen an erster Stelle

Vor kurzem hat die Europäische Kommission ihre Mitteilung vorgestellt, die erste Einblicke in die neue Ausrichtung der europäischen Agrar- und Ernährungspolitik nach 2020 gewährt. Damit erfolgte der Startschuss für die bevorstehenden Verhandlungen. Nun gilt es sicherzustellen, dass die GAP den Bedürfnissen der österreichischen Landwirtinnen und Landwirte weiterhin gerecht wird. Dazu braucht es ein stabiles Agrarbudget und nachvollziehbare Regelungen.

Die Kommission betont in ihrem Papier, wie wichtig die Landwirtschaft für die gesamte Gesellschaft ist, lässt den finanziellen Rahmen aber noch vollkommen offen. Für mich ist klar: Auch vor dem Hintergrund des Brexit darf bei der Landwirtschaft nicht gespart werden. Die Ansprüche der Gesellschaft an unsere Bäuerinnen und Bauern steigen immer weiter an und können nur mit den notwendigen finanziellen Mitteln erfüllt werden. Kürzungen im europäischen Agrarbudget würden insbesondere die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft treffen. Doch unsere Familienbetriebe stehen für mich an erster Stelle.

Wir haben uns schon im Vorfeld intensiv an den Zukunftsplänen beteiligt und sind für die bevorstehenden Debatten gut gerüstet, vor allem vor dem Hintergrund
der österreichischen Ratspräsidentschaft. Das von der Kommission vorgelegte Modell zielt auf ein neues Gleichgewicht der Verantwortung von EU-Ebene und Mitgliedsstaaten ab.  Eine tatsächliche Erleichterung wäre mehr Kontinuität für die Landwirte und bestehende Regeln zu entschlacken, anstelle eines vollkommen neuen Systems. Im kommenden Jahr werden die Gesetzesvorschläge der Europäischen Kommission im Rat und im Europäischen Parlament diskutiert – bis zu den endgültigen Gesetzestexten ist es also noch ein weiter Weg.

Mit unserem Programm für Ländliche Entwicklung zeigen wir, wie es geht: Es zielt stark auf den Ressourcenschutz, die biologische Landwirtschaft, Berg- und benachteiligte Gebiete, Innovation und Modernisierung, die Jugend sowie auf die Vitalität der ländlichen Gebiete ab. Die erfolgreichen Maßnahmen unterstützen unsere konsequente Qualitätsstrategie und steigern die regionale Wertschöpfung. Diese spezielle Ausrichtung müssen wir in Zukunft noch weiter stärken.

Den Agrarsektor zu schwächen, hätte negative Auswirkungen auf alle Menschen, nicht nur auf die Bäuerinnen und Bauern. Die europäische Agrarpolitik garantiert die Ernährung von über 500 Millionen Menschen. Das ist eine ungemein verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe – denn sichere, hochwertige Lebensmittel sind in einem globalisierten Wirtschaftssystem keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen jetzt handeln, um klare Perspektiven für bäuerliche Familienbetriebe sicherzustellen. Sie sind die stabilste und nachhaltigste Form der Landwirtschaft und müssen im Zentrum der neuen europäischen Agrarpolitik stehen. Ich werde mein Netzwerk in Brüssel nützen, Allianzen schmieden und um jeden Cent in Brüssel kämpfen.