… genau betrachtet

Genau betrachetet
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Und damit Basti!

Vor Monaten warnte der Präsident der DLG selbstkritisch, die Landwirtschaft befinde sich – salopp formuliert – am Weg in die Sackgasse. Das konventionelle Agrarsystem, so Carl-­Albrecht Bartmer, überlebe nur mit dem „gigantischen Chemieaufwand“ weniger Präparate und Konzerne. Dabei nehmen Resistenzen von Schädlingen und Pflanzen dramatisch zu. Er sprach damit an: Spritzmittel am Acker und Antibiotika im Stall, die zunehmend ihre Wirksamkeit verlieren. Dabei ist der Mann nicht irgendwer, sondern Kopf der deutschen Agrarwirtschaft, der Großgrundbetriebe und Tierbarone. Die DLG ist ein florierendes Unternehmen mit Agrarleitmessen wie Agritechnica, EuroTier, Anuga und Testzentrum für Lebensmittel oder Landtechnik. Deutschlands größte Agro-NGO.
In einem 10-Punkte-Papier „zur Landwirtschaft 2030“ werden die EU-Flächenprämien in Frage gestellt. Mit öffentlichem Geld sollten nachhaltige, tiergerechte Produktionsweisen unterstützt werden. Von der Agrarpolitik wurde Bartmer belächelt, das Thema seither todgeschwiegen. „Die DLG-Ziele beschreiben nur den Ist-Zustand unserer heimischen Landwirtschaft“, feixte auch Österreichs Agrarspitze, die reflexartig meist das Bild einer Agrarinsel (der Seeligen) propagiert. Tu felix Austria! Dafür tritt hierzulande der fesche Außenminister vor den Rübenbauern auf, um über nebulöse Brexit-Szenarien zu palavern. Landwirtschafts- oder gar Wirtschaftsminister wurden vermutlich gar nicht erst angefragt. Sind ja auch beide kein so schöner Blickfang für Selfies vor und nach der Generalversammlung. Und damit Basti!