GENAU BETRACHTET

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Gen over, Amigos!

In Paraguay haben sich erneut die Unterhändler der EU mit Vertretern der lateinamerikanischen Mercosur-Staaten getroffen. Zum Finalisieren der seit acht Jahren geführten Verhandlungen um ein Freihandels­abkommen beider Kontinente. Auf dem Tisch liegt auch ein riesiger Berg Rindfleisch, konkret 99.000 Tonnen, frisch und gefroren, den die EU vor allem Brasilien und Argentinien als Einfuhrkontingent angeboten hat. Die Verhandlungsmasse für mehr Maschinen- und Chemielieferungen Richtung Südamerika.
Im österreichischen „Nachhaltigkeitsministerium“ macht man sich nun zunehmend Sorgen, dass weiter steigende Agrarimporte aus Südamerika die Bauern hierzulande noch mehr in Bedrängnis bringen könnten. Zu großzügig sei das Fleischangebot, meint man im BMNT. Und stößt damit nicht einmal wenige Zimmer weiter auf Verständnis.
Die neue Wirtschaftsministerin im gleichen Amtsgebäude etwa meint: Natürlich müsse man die Bauern schützen. „Mit richtigen Qualitätsstandards. Aber die Mengen, über die wir reden, sind überschaubar. Heute kommen zwei Prozent des Rindfleisches in der EU aus Argentinien und Brasilien.“ Künftig wären es drei Prozent.
Ein Nein zu noch mehr Fleisch, Zucker oder Mais aus dem Mercosur – aus Sicht der heimischen Bauern verständlich. Fast alle Agrarprodukte kann man dort billiger produzieren. Österreichs Agrarpolitik sollte dafür aber auch zeigen, dass man generell auf solche Erzeugnisse pfeift. Etwa durch Verzicht auf Gensoja im Schweinetrog. Ein richtiger Qualitätsstandard. Wie schon bei Milch oder Geflügel.