GENAU BETRACHTET

Foto: privat

Mega-Überdrüber

Satte 102 Kilogramm Fleisch (samt Fisch) isst der Österreicher laut FAO-Angaben jedes Jahr. Nur Australier (111,5 kg) und Neuseeländer (106 kg) kommen auf mehr. Teils weit abgeschlagen dahinter: die Argentinier (98,3 kg), Dänen (95,2 kg), Italiener (90,7 kg), Deutschen (88,1 kg) oder gar die US-Amerikaner (84,2 kg). Die fragwürdige Spitzenplatzierung verwundert wenig, gehört das gebackene „Schnitzi“ oder „Grillhendl“ doch zur Grundnahrung vieler Österreicher, ab Entwöhnung von der Babykost im Glas.
Umso absonderlicher erscheint vor diesem Hintergrund die Angst vieler Bauern vor Vegetariern, gar Veganern (!), die mit vermeintlichen „Märchen“ vor den bösen Folgen von Fleischkonsum für Mensch, Tier und Umwelt warnen, für (mehr) Rohkost plädieren – und dabei auf wenig Gehör stoßen, wie obige Statistik zeigt.
Kurios wird es, wenn die Agrarfunktionäre dem Minderheitsprogramm Vegan den Kampf ansagen wollen, nach „Aufklärung“ schreien, am besten schon der Knirpse. Ein AMA-Minibuch musste her, getextet von einem Märchenerzähler (!), mit „sprechendem Schweinderl“ (!!), dessen Ziel es ist – als „Mega-Überdrüber-Filet“ zu enden. Um uns „glücklich“ zu machen!
Wie sagte schon die Tante Jolesch: „Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist.“ Und vor zu viel Fleisch essenden Agrariern in Führungspositionen.
Besser wäre, den agrarpolitischen Fokus auf weniger, bewussteren Fleischkonsum zu legen. Der Gesundheit und dem Wohlbefinden vieler Menschen, den Tieren und der Umwelt zuliebe.
In jedem Fall: saudumm gelaufen. Das Minibuch wurde daher zu Recht kritisiert – und eingestampft.